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Severin's Resort : „Schon ein Gefühl für die Insel“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Christian Siegling, Direktor des Severin*s in Keitum, hat sich mit uns über die Entwicklung seines Hauses, die Sterne-Gastronomie und die Zukunft von Sylt unterhalten.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2016 | 06:31 Uhr

Wenn man Christian Siegling begegnet, kann sich einem der Eindruck aufdrängen, einem englischen Gentlemen gegenüber zu sitzen. Einem klassisch-dezent, also gut gekleideten Mann mit Stil, dem trotzdem eine gewisse Lässigkeit eigen ist. Ein Blick auf den Lebenslauf des gebürtigen Würzburgers macht schnell deutlich, dass der 41-Jährige klare Vorstellungen von seiner beruflichen Laufbahn gehabt haben muss und sehr genau wusste, wo er arbeiten wollte: nur in den besten Häuser. Also in internationalen Luxus-Restaurants und -Hotels in England, Frankreich und Deutschland. Seit Juni des vergangenen Jahres ist er auf Sylt, als Direktor des Severin's Resort. „Mir macht das wahnsinnig viel Spaß“, lässt Christian Siegling gleich wissen und begründet das, „weil wir hier noch sehr viel gestalten können“.

Ende 2014 wurde das neue Hotel in Keitum eröffnet. Seither hat es dort schon einigen Wechsel im Personal und auch auf der Stelle des Direktors gegeben. Darauf angesprochen gibt der General Manager, so der eigentliche Titel von Christian Siegling, gern zu, „dass das unglücklich war, aber erklärbar ist, denn dies ist für Neueröffnung durchaus üblich. Aber ich möchte bleiben. Ich denke, ich habe schon ein Gefühl für die Insel", sagt Christian Siegling und zwar so überzeugend, dass man annehmen darf, dass seine Vorstellungen hier Erfüllung gefunden haben. Dass zu diesen Vorstellungen auch die private Lebenssituation gehört, wird klar, als er von den Inseleroberungstouren mit seiner Familie erzählt, von der Begeisterung, die seine Kinder erleben, wenn sie Strand und Dünen erkunden.

„Es hat seine Zeit gebraucht“, resümiert Christian Siegling und meint damit die Akzeptanz des Hotels und seiner Person auf der Insel. „Niemand unter den Kollegen freut sich, wenn 90 neue Einheiten entstehen. Aber wir als Hotel und ich als Person haben uns um die Kollegen, die Keitumer Nachbarn und letztlich um die ganze Insel sehr bemüht.“ Mittlerweile empfindet er sich „als akzeptiert“ und hört von vielen, „dass die gesamte Anlage doch sehr schön geworden ist“.

Kurt Zech, der Eigentümer und Erbauer des Severin's, wollte das Hotel ursprünglich extern betreiben lassen. „Doch dann hat er gemeinsam mit seiner Frau so viel Herzblut in das Projekt fließen lassen, dass er sich dafür entschied, das Resort in Eigenregie zu führen“, erklärt Siegling das Verhältnis seines Hauses zum Hotelkonzern, der zur Zech-Group gehörenden Häusern, also den Atlanic-Hotels. „Das Severin's wird ganz eigenständig wie ein Privathotel geführt, nutzt aber einige Ressourcen der Atlanic-Hotels zum Beispiel in der Verwaltung.“

Wenn Christian Siegling von den Möglichkeiten spricht, „hier noch selbst viel gestalten zu können“, dann meint er nicht nur die Neuausrichtungen der beiden Restaurants Hoog und Tipkens. – Doch darüber will er noch nicht allzu viel verraten. – Er denkt vor allem an das Wachstum des Hauses. Und das wird nicht nur sichtbar in den kurz vor der Fertigstellung stehenden Appartementhäusern auf dem Severin's-Grundstück. Es wird täglich sichtbarer in der ehemaligen Nösse in Morsum. „Ein Traum. Es ist einfach: Wow“, schwärmt der ansonsten gefühlsmäßig gut kontrollierte General Manager. „Aber die Lage am Morsumer Kliff, die Geschichte des Hauses, die einst von Jörg Müller geprägt wurde – es ist ein Zauber, der diesem Objekt innewohnt. Es wird ein traumhaftes Hideway“, verspricht Siegling, ohne allzu viele Details zu verraten. Nur so viel: „Wir werden zu Ostern Baustellenbesichtigungen durchführen können. Und im Sommer sind wir dann da für unsere Hotelgäste und natürlich für die vielen Spaziergänger, die bei uns dann eine Kleinigkeit essen und trinken möchten“. Die werden dann in das Landhaus Severin's - Morsum Kliff einkehren und dürfen dort „ein kulinarisches Angebot mit Anspruch aber ohne Gourmetambitionen erwarten“.

Auch Siegling ist davon überzeugt, dass Sterne-Gastronomie „eine Herausforderung ist, die nur in ganz bestimmten Häusern funktioniert“. Für ihn persönlich ist sie immer noch die Königsklasse, mit Blick auf seine Gäste sieht er allerdings, „dass sie sehr hohe Qualitätsansprüche haben, aber Fine Dining nicht abrufen“. Er ist aber auch überzeugt, „dass auf Sylt schon ein Klientel für die Sterne-Gastronomie urlaubt. Die Insel lockt Genießer und es ist großartig, dass es hier Köche wie Johannes King gibt, der nicht nur eine Topküche, sondern auch ein sehr besonderes Haus als exzellenter Gastgeber führt. Da passt einfach alles“.

Auf der Insel passt für Christian Siegling aber noch nicht alles. „Ich habe ja noch einen frischen Blick von außen, der mich vielleicht mit etwas Distanz auf Sylt und den Tourismus hier schauen lässt.“ Für den international erfahrenen Hotelfachmann ist es deshalb schon „erstaunlich, dass wir uns immer noch zu sehr mit uns befassen – und viele nur mit ihrem eigenen Produkt und Standort. Es würde mehr Sinn machen, die Kräfte zu konzentrieren und zu schauen, was in anderen Destinationen passiert, um darauf zu reagieren. Nur so kann man die Herausforderungen der Zukunft bestehen“. Und doch macht sich Christian Siegling keine als zu großen Sorgen um Sylt. „Die Insel ist eine herausragende Marke und ein traumhafter Ort.“

 

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