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Syltshuttle : Schnittgard fordert Runden Tisch zu Tarif- und Fahrplangestaltung

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Bürgervorsteher der Gemeinde Sylt möchte, dass sich Vertreter von RDC, der Deutschen Bahn AG und des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein gemeinsam mit Inselrepräsentanten treffen.

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erstellt am 27.Mär.2015 | 05:38 Uhr

Die Vergabe an RDC „hat uns schon überrascht“, sagt Petra Reiber zur endgültigen Entscheidung der Bundesnetzagentur zum Syltshuttle. Wie von der Sylter Rundschau gemeldet, hat das Kölner Unternehmen Railroad Development Corporation (RDC) den Zuschlag zum Betrieb eines Autozugs zwischen Niebüll und Westerland für elf Fahrten pro Tag erhalten. Der entsprechende Rahmenvertrag mit der DB Netz AG gilt für einen Zeitraum von fünf Jahren. „Wir sehen uns da großen Veränderungen ausgesetzt“, erklärt die Sylter Bürgermeisterin, „und bedauern, dass wir kein Mitspracherecht als Kommune haben.“

„Mit der Entscheidung wurden neuen Fakten geschaffen, mit denen wir jetzt umgehen müssen“, kommentiert Bürgervorsteher Peter Schnittgard die Vergabe an RDC. „Um so mehr gilt es, nach vorne zu schauen und möglichst schnell mit allen Zugbetreibern Gespräche zu führen.“ Denn trotz des Rahmenvertrages mit dem Tochterunternehmen eines US-Eisenbahnkonzerns sind weitere Autozuganmeldungen für 28 Hin-und-Rückfahrten möglich. Diese werden dann jährlich gemäß einem Höchstpreisverfahren vergeben: Wer das Meiste für die Nutzung einer Trasse zahlt, erhält den Zuschlag.

Deshalb sind auch für den Sylt-Shuttle der Deutschen Bahn noch Fahrten möglich, es gäbe künftig also zwei Autozugbetreiber. Für Schnittgard ein höchst wahrscheinliches Szenario, das er jedoch mit großen Risiken und offenen Fragen für Insulaner, für die Sylter Wirtschaft und für den Tourismus überhaupt verbunden sieht. „Wenn tatsächlich zwei Autozüge fahren, kann die Insel der Verlierer sein und das Land ist dann der lachende Dritte.“ Der CDU-Politiker fordert, die Landesregierung dürfe „sich nicht nur auf das viele Geld freuen“, das die Betreiber im Bieterverfahren bereit sind zu zahlen. „Kiel muss auch seiner Fürsorgeaufgabe für unsere Region gerecht werden und zum Beispiel endlich die seit langem dringend notwendigen Investitionen in den Streckenausbau und in die Modernisierung vornehmen.“

Schnittgard schlägt einen runden Tisch vor, an dem sich Vertreter von RDC, der Deutschen Bahn AG und des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein gemeinsam mit Inselrepräsentanten aus Politik, Verwaltung sowie von Dehoga, Sylter Unternehmern und Tourismusverbänden treffen. Dabei sollten zwei Themenkomplexe vorrangig und zügig beraten werden, so der CDU-Politiker: die zukünftige Tarifgestaltung der beiden konkurrierenden Autozugbetreiber und die Harmonisierung aller Abfahrten und Ankünfte, auch des Personennah- und Fernverkehrs.

„Wirtschaft und Tourismus generieren schließlich erfolgreich diejenigen Nutzer und Gäste, die der Autozug befördert. Das muss auch künftig zu Konditionen erfolgen, die der Insel gerecht werden und nicht nur die Kassen der Betreiber füllen.“ Ausdrücklich fordert Schnittgard den Erhalt des vergünstigten Insulanertarifs – „egal, ob ich mit RDC oder der Bahn fahre“ – und auch die Klärung des Konflikts der IC- und NOB-Abendzüge um 19.30 Uhr, der aktuell die Heimfahrt vieler Berufspendler erschwert.

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