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Fahrplanwechsel bei der Bahn : Schneller mit dem Zug von Hamburg nach Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Zugstrecke zwischen Altona und Westerland wird neu ausgeschrieben. Es soll Sprinterverbindungen mit weniger Zwischenhalten geben.

Ein einziger ICE fuhr bisher nach Westerland – es war eine Probefahrt und der Zug wurde auf den Namen Westerland getauft. Danach kam keiner mehr, und wie Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis betonte, wird es auch keinen geben. „Ein ICE ist nur da sinnvoll, wo die Züge auch schnell fahren können und auf der Strecke Hamburg-Altona-Westerland geht das nicht.“ Soweit zur schlechten Nachricht. Die gute: Die Bahnverbindung in die Hansestadt soll trotzdem schneller werden.

Die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft Schleswig-Holstein (LVS) hat mehrere Neuerungen im Netz West in Planung. Zunächst sollen bereits ab dem Fahrplanwechsel 2014/2015 alle Züge ein wenig schneller werden. „Durch eine neue Sortierung und dadurch, dass es keinen regelmäßigen Halt mehr in Glückstadt gibt, werden die Züge vier bis sechs Minuten schneller sein“, erklärt Dennis Fiedel, Sprecher der LVS. Das sei nicht viel, aber damit läge die Fahrtzeit unter der psychologischen Grenze von drei Stunden.

„Die Forderung nach schnelleren Verbindungen ist nicht neu, aber immer schwierig. Es gibt einen Konflikt zwischen denen, die schneller nach Sylt wollen und denen, die zu einem der Unterwegsbahnhöfe wollen“, so Dennis Fiedel. Daher fordere die LVS mehr Sprinterzüge auf der Strecke. Durch weniger Stopps soll so eine Fahrtzeit von zweieinhalb Stunden erreicht werden. Mehr gebe die Infrastruktur nicht her, da die Bahn im Süden einen relativ großen Bogen fahre und die Strecke stellenweise eingleisig ist.

Wer diese zusätzlichen Zugverbindungen anbieten wird, ist unklar. Für die Strecke wird es ab Oktober eine neue Ausschreibung geben, zu der die Verkehrsunternehmen ihre Angebote abgeben können. Seit dem 11. Dezember 2005 fährt die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) auf dieser Strecke. Etwa sechs Millionen Fahrgäste befördert sie jährlich auf der Strecke. Das Unternehmen werde auch bei der kommenden Ausschreibung wieder seinen Hut in den Ring werfen. „Wir machen hier einen guten Job und das wollen wir gerne auch in Zukunft tun“, so Geschäftsführerin Martina Sandow.

Der Vertrag mit der NOB läuft noch bis Dezember 2016. Eigentlich sollte er 2015 enden, wurde aber verlängert, weil sich die Ausschreibung verzögert. Ende nächsten Jahres soll feststehen, wer ab 2017 Betreiber der „anspruchsvollen Strecke“ ist. „Das ist schon ein Phänomen. Die Tagestouristen sind eine besondere Herausforderung. Wenn morgens in Hamburg die Sonne scheint, dann sind die Züge voll – das lässt sich nur bedingt planen“, betont Dennis Fiedel. Zudem gibt es eine hohe Nachfrage seitens der Pendler zwischen Hamburg und Itzehoe sowie zwischen Niebüll und Westerland. Eine Idee, die Lage zu entspannen, ist die Anzahl der Waggons von zehn auf zwölf zu erhöhen. Allerdings sind dafür die Bahnsteige nördlich von Husum teilweise zu kurz. „Das Land müsste sich bereit erklären, die Bahnsteige zu verlängern. Das würde Kosten von zirka einer Million Euro pro Bahnsteig bedeuten“, so Dennis Fiedel.

Ebenfalls ab 2017 soll es Monitore in den Waggons geben, die in Echtzeit Daten übermitteln und Videoüberwachung ist ebenfalls im Gespräch.

Auch wenn die Bahnverbindung schneller werden sollte: So schnell, wie sie einmal war, wird sie wohl nicht wieder werden. „Es gab bis etwa 1971 eine Dampfzug-Verbindung zwischen Hamburg und Sylt“, erklärt Egbert Meyer-Lovis. Aufgrund der heutigen Taktung und der Verkehrsdichte auf der Strecke wäre das heute aber nicht mehr möglich. „Der Zug hielt nur in Niebüll und Husum. Ansonsten wurde die Strecke komplett freigeräumt.“ Der D-Zug brauchte nur unschlagbare zwei Stunden und 18 Minuten.

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erstellt am 03.Sep.2014 | 05:13 Uhr

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