Tanzshow auf Sylt : Schmetterlinge, Space-Girls und Ballerinas

Die Fortgeschrittenen-Gruppe 'danza vento' von Jeanne Dreessen beim modernen Contemporary Dance.

Die Fortgeschrittenen-Gruppe "danza vento" von Jeanne Dreessen beim modernen Contemporary Dance.

Die Tanzklasse.Sylt von Jeanne Dreessen zeigte in der Show „Faszination Tanz“ ihr Können.

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11. Dezember 2017, 05:02 Uhr

- „Faszination Tanz” lautete der Titel der Show, die Tanzpädagogin Jeanne Dreessen am Sonnabend im ausverkauften Alten Kursaal auf die Bühne brachte. Gemeinsam mit den befreundeten Tanzschulen von Sandra Andresen und Tom Winter zeigten ihre 80 Schülerinnen – und ein Schüler – was die Faszination Tanz ausmacht: Vielfalt, Kreativität und Leidenschaft.

Klassisch wurde es mit „Giselle“, getanzt von Lisa Böhm (2.v.r.), die auf die böse Myrtha, getanzt von Aurora Bodewei (li.) trifft.
Fleischmann (3)
Klassisch wurde es mit „Giselle“, getanzt von Lisa Böhm (2.v.r.), die auf die böse Myrtha, getanzt von Aurora Bodewei (li.) trifft.

Seit 13 Jahren unterrichtet Jeanne Dreessen tanzbegeisterte Kinder ab sechs Jahren, die sich für klassisches Ballett oder für Modern und Contemporary Dance, also zeitgenössische Tanzarten, interessieren. Und manchmal tanzen sie auch gleich in mehreren Gruppen und beweisen damit, dass man Tanz in all seinen Facetten lieben kann. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, am Samstag standen sie alle gemeinsam auf der Bühne und begeisterten das Publikum. Die ganz kleinen Tänzerinnen flatterten als zauberhafte Schmetterlinge über die Bühne, während die größeren in weißen Kostümen bei Schwarzlicht modernen Tanz zeigten. Die fortgeschrittenen Contemporary Dance-Jugendgruppen „danza vento” und „unique” machten deutlich, wo die Stärken ihrer Lehrerin liegen, denn sie zeigten emotionalen, ausdrucksstarken Tanz zu zeitgenössischer Musik. Wunderschöne Bilder, starke Gefühle und tänzerisches Können beeindruckten die Zuschauer. Die waren ebenso angetan von den klassischen Ballett-Stücken, die in Zusammenarbeit mit der Tanzschule von Sandra Andresen entstanden sind. Gemeinsam zeigten die Mädchen hier in wundervollen Kostümen Szenen aus dem ersten und zweiten Akt von „Giselle” – einem Bühnenstück, das von dem Bauernmädchen Giselle handelt, das sich unglücklich in eine Prinzen verliebt, stirbt und unfreiwillig bei den rachsüchtigen Geistern landet, die den Prinzen dazu verurteilen, sich zu Tode zu tanzen. Eineinhalb Jahre Vorbereitungszeit lagen hinter den Tänzerinnen und ihren beiden engagierten Lehrerinnen, die mit ihrer Adaption von „Giselle” wunderschöne Szenen auf die Bühne zauberten. In den Hauptrollen glänzten Lisa Böhm und Aurora Bodewei, die man beide auch beim Contemporary Dance bewundern konnte.

Die Jugendgruppe„modern danza“ zeigte Modern Dance mit einen Hauch von Schwarzlicht.
Die Jugendgruppe„modern danza“ zeigte Modern Dance mit einen Hauch von Schwarzlicht.
Geschafft: Jeanne Dreessen nach der Show inmitten ihrer Schülerinnen.
Geschafft: Jeanne Dreessen nach der Show inmitten ihrer Schülerinnen.

Doch nicht nur die Choreografien der Lehrerinnen wurden an diesem Abend gezeigt, auch die eigens erdachten Stücke der jungen Tänzerinnen wurden aufgeführt. Anni Stückmark und Lisa Böhm zeigten in eigenen Kostümen ihre ambitionierte und ausdrucksstarke Tanzkunst und auch Savannah Dechant traute sich mit ihrer eigenen Modern Dance-Performance allein auf die Bühne. Neben den jugendlichen Gruppen glänzten aber auch die erwachsenen Damen von Sandra Andresen, die beim Jazz Dance „Funky” zeigten, wie viel Feuer, Pep und Elan in ihnen steckt. Eine ganz andere Seite zeigten sie bei einem Bollywood-Mix, der orientalischen Bauchtanz mit Jazz Dance kombinierte. Sehr avantgardistisch wurde es mit den „Rosas” von Tom Winter, die ausdrucksstarkes, modernes Tanztheater für Erwachsene zeigten, nachdem Fabienne Pennino als Scheherazade mit Spitzentanz glänzte.

Ein weiteres Highlight des von Steve Carstensen moderierten Abends war sicherlich das große Finale, in dem verschiedene Gruppen aus der Tanzklasse.Sylt in eine mystisch-futuristische Tanzwelt entführten. In coolen Space-Kostümen, teils mit Masken und teils auf Stelzen zeigten die Mädchen eigene Choreografien und sorgten für ein furioses Finale. Nach über zwei Stunden „Faszination Tanz”, lagen sich schließlich alle Beteiligten erschöpft, aber glücklich in den Armen und hinterließen beim Publikum eine Ahnung davon, wie unglaublich bunt die Welt des Tanzes ist.
 

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