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Debatte um Offiziersheim in List : Schluss mit Spekulantentum

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Entscheidung sollte sich nicht nur nach dem höchstmöglichen Preis richten. Für die Bürger sollte die beste Wahl unter den Bietern getroffen werden - ein Kommentar von Michael Stitz.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2014 | 06:49 Uhr

Die Versuchung, mit einer Top-Immobilie den größtmöglichen Profit zu erzielen, ist nachvollziehbar. Doch wenn die begehrten Objekte dem Staat gehören, darf man als Bürger erwarten, dass nicht nur der höchstmögliche Preis erzielt, sondern auch die beste Wahl unter den Bietern getroffen wird. Eine Wahl, die von Weitsicht geprägt sein sollte. Mit Blick auf das O-Heim sollte der Staat in seiner Rolle als Verkäufer sich auch seiner Rolle als (Mit-) Gestalter von Orten, Lebensbedingungen und wirtschaftlichen Entwicklungen bewusst sein. In einem Millionengeschäft wie dem Lister-Deal hat die Geschichte leider schon gezeigt, wie aus staatlicher Raffgier das Gespür für die Gestalter-Rolle verloren geht.

Der Staat als größter Spekulant gibt weder ein gutes Bild ab, noch trifft er in dieser Funktion kluge Entscheidungen. Nur so lässt sich der grandiose Reinfall vor sechs Jahren erklären, als der Verkauf des Offiziersheim-Areals an einen Bieter führte, der dann wieder rückabgewickelt werden musste. Stellte sich doch heraus, dass außer Spesen nix gewesen war ...

Seitdem verschlingt der Leerstand Steuergelder, mit denen O-Heim und Strandhäuser notdürftig instand gehalten werden. Täglich verrotten die Immobilien ein Stückchen mehr, kosten sie den Staat Geld und die Gemeinde List die Chance auf Weiterentwicklung. Denn längst könnten hier schon Arbeitsplätze bestehen und Steuern gezahlt werden. So werden sie verschleudert.

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