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Ortsgestaltung auf Sylt : Schluss mit Schilder-Chaos in Keitum

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Anzahl der Wegweiser soll radikal reduziert werden. Geschäfte, Restaurants und Hotels dürfen künftig nur noch auf fünf Schautafeln werben.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2015 | 19:36 Uhr

Sie sind den Keitumer zwar kein schmerzender Pfahl im Fleische, aber doch ein stechender Dorn im Auge: die zahlreichen Wegweiser zu Läden, Restaurants und Hotels, die an allen Ecken und Enden im Dorf aufgestellt sind. Das soll sich allerdings schnellstmöglich Saison ändern: Die Mitglieder des Ortsbeirats haben am Donnerstagabend beschlossen, Ordnung in das unschöne Schilderchaos zu bringen und sowohl die Anzahl der Masten überhaupt als auch die Menge der dort angebrachten Hinweisschilder radikal zu reduzieren.

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Foto: Boom
 

Angeregt hatte das Vorhaben zur weiteren Verschönerung der Dorfgestaltung die Keitumer Runde, ein Zusammenschluss engagierter Bürger des Ortes. Bei einer Begehung hatten Mitglieder alle Standorte durchgezählt, begutachtet sowie beschädigte oder schiefe Masten wieder gerade gerückt. Bereits im Dezember 2014 hatte der Ortsbeirat beschlossen, das vorhandene Beschilderungssystem zumindest für private Institutionen nicht weiter zu führen. Bei einem Gesprächen Ende Juli dieses Jahres waren sich Vertreter des Ortsbeirates, der Keitumer Runde und der Verwaltung einig, dass die derzeit vorhandene Vielzahl von Hinweisschildern zukünftig nicht gewünscht ist.

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Foto: Boom
 

Bei der jetzt beschlossenen Neugestaltung sollen jedoch Orte und Einrichtungen in Keitum, die von allgemeinem Interesse sind, weiterhin ausgeschildert bleiben. Dazu gehören: Altfriesisches Haus, Apotheke, Ärzte, Bahnhof Keitum, Edeka-Markt, Friesensaal, Heimatmuseum, Tourismus-Service, Kirche St. Severin sowie das Hünengrab „Harhoog“. An ausgesuchten Standorten sollen Besucher des Dorfes künftig zusätzlich durch Ortspläne informiert werden. Außer den Einrichtungen, die auch auf den Schildern stehen, sollen auf diesen großen Schautafeln mit Straßenverzeichnis Gewerbetreibende des Ortes die Gelegenheit erhalten, auf ihre Unternehmen hinzuweisen. Dafür müssen sie allerdings eine so genannte Sondernutzungsgebühr zahlen, deren Höhe noch festgelegt wird.

Firmenwerbung ist künftig nur noch auf solchen Schautafeln mit Ortsplänen erlaubt.
Firmenwerbung ist künftig nur noch auf solchen Schautafeln mit Ortsplänen erlaubt. Foto: Boom
 

Für die Errichtung der Ortspläne werden folgende Standorte vorgeschlagen: das Tourismusbüro (dort gibt es bereits eine ähnliche Schautafel) oder Schnittis Eck mit der Bushaltestelle, der Keitumer Bahnhof sowie die öffentlichen Parkplätze West am Kreisel, gegenüber von St. Severin und am Kliff gegenüber vom Friesensaal neben der Arena. Diese Standorte müssten zwar verkehrsrechtlich noch mit dem Ordnungsamt abgesprochen werden, erläuterte Katri Schweitzer vom Bauamt. Baurechtlich jedoch gelten die Ortspläne mit Hinweisen auf Firmen nicht als Werbeanlagen, deshalb findet dafür die Ortsgestaltungssatzung keine Anwendung.

Noch nicht geklärt sei bislang, wie mit den vielen, bereits vorhandenen Schildern verfahren werden könne. Aus Protokollen des Ortsbeirates Keitum ist zu entnehmen, dass es früher ein Bestellformular gab und die Firmen die Kosten für ihre Schilder selbst getragen haben, sagte Katrin Schweitzer. Verträge gab es offensichtlich nicht. Sollte das stimmen, dürften die Firmen auch keinen Rechtsanspruch auf einen Erhalt ihrer Schilder haben. Falls doch Verträge vorhanden sind, könnte argumentiert werden, das ursprüngliche Verfahren wäre im Laufe der Zeit „aufgeweicht“ worden. Inzwischen sei die vertragliche Situation der Beschilderung nicht mehr nachvollziehbar. Unter Berücksichtigung des Gleichheitsgrundsatzes würde die Verwaltung als „schlanke Lösung“ empfehlen, die bisherigen Nutzer durch eine öffentliche Bekanntmachung aufzufordern, ihre Schilder zu entfernen – oder sie werden dann durch den Bauhof „von Amts wegen“ abmontiert.

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