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Bahnverkehr : Schleichende Züge machen alle verrückt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Noch bis Freitag Störungen zwischen Sylt und Niebüll

Verspätete Züge, ausgefallene Verbindungen, stundenlange Überfahrten – der Bahnverkehr zwischen Niebüll und Sylt ist seit Montag massiv gestört. Sowohl Personen- als auch Autozüge starteten mit Verspätung und waren teilweise zwei Stunden zwischen Niebüll und Westerland unterwegs – normal sind 35 Minuten. Allein die Verspätung bezifferte die DB mit bis zu 90 Minuten, RDC sprach gar von bis zu 200 Minuten. Die Begründung der DB Netz AG: „Drei „Langsamfahrstellen auf der Strecke“.

Das hört sich nicht dramatisch an, sorgt aber laut Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis dafür, dass die Züge diese Streckenabschnitte statt mit bis zu 140 km/h nur mit 20 km/h durchfahren können. Bei einer turnusmäßigen Messfahrt sei am Wochenende festgestellt worden, dass die Gleise an drei Schienenabschnitten einen „Fehler in der Oberfläche“ haben. Der größte betroffene Abschnitt ist rund einen Kilometer lang und liegt kurz hinter Keitum in Richtung Westerland. Die beiden kleineren sind zwischen Morsum und Keitum und bei Klanxbüll auf dem Festland.

Zur Gleisreparatur wurden Schleif- und Fräszüge in den Norden beordert, die nachts zwischen 0 und 4 Uhr zum Einsatz kommen, wenn der Zugverkehr ruht. Das erste Mal aber erst in der Nacht vom heutigen Mittwoch auf Donnerstag – morgen soll der längste betroffene Abschnitt westlich von Keitum dann wieder voll befahrbar sein. In der gleichen Nacht wird ein 20 Meter langes Gleisstück bei Klanxbüll ausgewechselt. Die dritte Schwachstelle zwischen Morsum und Keitum soll in der folgenden Nacht zum Freitag vom Schleif- und Fräszug ausgebügelt werden.

Damit wären die größten Störungen zum Donnerstag beseitigt, hofft Meyer-Lovis, und das letzte Stück am Freitag repariert. Zurzeit gäbe es aber auch noch eine gestörte Datenleitung im Steuerungssystem der Bahn. Verkehrsdaten zwischen Niebüll und Westerland könnten von der Kieler Zentrale nicht abgerufen werden. Daher streikten auch die Informationstafeln an den Bahnhöfen. „Dahinter steckt aber kein Virus“, sagt Meyer-Lovis – der Wanna-Cry-Trojaner vom Wochenende sei nicht die Ursache.


Fahrgäste haben Anspruch auf Erstattung


Die Fahrgäste, die von Verspätungen betroffen waren, können sich einen Teil der Fahrtkosten erstatten lassen. Bei einer Verspätung des Syltshuttles um mehr als eine Stunde gibt es von der DB 15 Euro zurück, ab zwei Stunden 30 Euro. Am einfachsten läuft die Erstattung in den Kundencentern an der Verladung in Niebüll und Westerland. Bei den DB-Fernzügen und den RDC-Autozügen gibt es ab 60 Minuten Verspätung ein Viertel des Fahrpreises zurück, ab 120 Minuten die Hälfte. Im Personennahverkehr können sich betroffene Kunden unter www.nah.sh informieren.

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erstellt am 17.Mai.2017 | 04:16 Uhr

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