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Sylt feiert : „Schlägerei“ beim Tinnumer Wiesenfest

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Gäste aus dem Bayerischen Wald sorgten für ausgelassene Stimmung am Ziegeleiweg

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2017 | 04:54 Uhr

Der Wettergott hatte es diesmal nicht gut gemeint und hielt fast den ganzen Sonnabend lang Schauer und Nieselregen bereit. Doch das bisschen Wasser von oben konnte echte Tinnumer nicht vom Feiern abhalten – und ihre Gäste glücklicherweise auch nicht, denn schon gleich zu Beginn um elf Uhr strömten die Besucher auf die grüne Wiese im Ziegeleiweg.

Die Flohmarktstände waren sicher mit Plastikplanen abgedeckt, doch wer einen Blick auf das bunte Angebot werfen wollte, dem wurde geholfen. „Die meisten finden es sogar ganz spannend, auf diese Weise nach Schnäppchen zu suchen und trotz des Regens haben wir gut verkauft und Spaß gehabt“, berichtet Susanne Clausen, die gerade einen Stapel Star-Wars-Bettwäsche unter der Folie hervorholte. Die gute Laune der Aussteller und Organisatoren steckte alle an und so rückte man unter den großen Schirmen etwas enger zusammen oder suchte sich einen Platz im Festzelt, um das gute bayerische Oktoberfest-Bier vor dem norddeutschen Regen zu schützen.

Für jede Menge Stimmung sorgten die Gäste aus dem Bayerischen Wald, die stilecht in Lederhosen und Dirndl angereist waren. Neben ihren regionalen Spezialitäten hatten sie auch ihre „Klousterer Buam“ dabei, die traditionelle Tänze mit Peitschen, Hüten und Holzbänken zeigten. Das gepflegte Tänzchen mit den Tinnumer Damen nahm allerdings eine Wende, als scheinbar eifersüchtige Kerle versuchten, ihnen die Tanzpartnerinnen abspenstig zu machen. Das Geraufe und Gedrängele auf der Tanzfläche geriet zu einer Schlägerei – doch natürlich war alles inszeniert und gehörte zur Showeinlage dazu. Nach der Rauferei stärkten sich die Männer aus Rinchnach mit einer Maß Bier und Wurstsalat und holten die Norddeutschen zur nächsten Tanzeinlage auf die Bühne. Sogar vor dem Bürgermeister der Gemeinde Sylt wurde nicht Halt gemacht, denn auch Nikolas Häckel musste sein Bier stehen lassen und als Schiedsrichter für den Hut-Tanz mit auf die Bühne. Nach so viel Spaß beschlossen die Bayern, in die nagelneuen blauen T-Shirts des Tinnumer Dorfvereins zu schlüpfen und so zu zeigen, dass man hier echte Freundschaften fürs Leben schließen kann. Und natürlich mussten sie versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen, denn dann feiert der Tinnumer Dorfverein zum zehnten Mal.

Was als Tinnumer Straßenfest begann und provisorisch auf die Zeltplatzwiese des Campingplatz Südhörn verlegt wurde, hat sich nun als Tinnumer Wiesenfest etabliert. „Es gibt zwar Kritiker, die das Fest wieder auf der Straße haben wollen, doch wir hoffen, nun alle überzeugt zu haben, dass das Fest hier auf der Wiese besser aufgehoben ist“, sagte die zweite Vorsitzendes des Vereins, Susanne Glindmeier. Und Bürgermeister Häckel ergänzte: „Es würde auch gar keine Genehmigung mehr für ein Straßenfest geben, denn die Strecke ist noch immer ziemlich ausgelastet und die Auflagen des Ordnungsamtes können dort nicht erfüllt werden. Auf der Wiese kann dagegen ohne jede Gefährdung gefeiert werden und ich persönlich finde es hier auch viel schöner.“

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