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Kritik am Keitumer Ortsbeirat : Schilderwald in Keitum: „Die Gäste müssen sich ja orientieren können“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Gegen den Beschluss des Ortsbeirats, den Keitumer Schilderwald zu dezimieren, regt sich Widerstand.

von
erstellt am 08.Dez.2015 | 18:24 Uhr

Gegen den Beschluss des Keitumer Ortsbeirats, das „Schilderchaos“ im Dorf radikal einzuschränken (wir berichteten), regt sich Widerstand. „Ich finde das überhaupt nicht gut“, sagt Claas-Erik Johannsen. „Unsere Gäste müssen ja sich orientieren können – und wir alle wissen, das ist in Keitum nicht gerade einfach.“ Außer Wegweisern zu offiziellen Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten seien Hinweisschilder zu „herausragenden Betrieben“ der Hotellerie und Gastronomie aus touristischer Sicht sehr wichtig. Der Inhaber des Hotels Benen-Diken-Hof zieht eine Parallele zum Fall Fisch-Fiete: „Erneut fühle ich mich durch einen Beschluss des Ortsbeirats stark verunsichert“, so Johanssen. „Die berechtigten Sorgen unserer Branche werden von der Mehrheit des Gremiums nicht wahrgenommen und wir erhalten keinerlei Rückendeckung.“

„Sehr nützlich für ortsunkundige Gäste“, findet auch Jennifer Daberkow die Keitumer Wegweiser. „Das Manko sehe ich allerdings nicht in der Vielzahl der Schilder, sondern in deren mangelnder Pflege. Manche sind schon total verwittert oder vergrünt – und deshalb gar nicht mehr zu lesen“, kritisiert die Inhaberin der Appartementvermietung Maike Ossenbrüggen.

„Was spricht dagegen, wenn da Schilder zu Hotels, Restaurants und Geschäften sind?“, fragt Christian Siegling, der Direktor des neuen Severin’s Resort & Spa. „Solche Hinweise gibt es woanders auch.“ Er sei etwas verwundert über den Beschluss, denn die Wegweisern würden den Besuchern doch nur helfen. Siegling kann allerdings verstehen, dass sich die Kommunalpolitiker eine einheitlichere Ortsgestaltung wünschen. Das Severin’s Resort hat derzeit sechs Hinweisschilder im Ort, die von dem Unternehmen selbst bezahlt und angebracht wurden, sagt Hoteldirektor Siegling. „Allerdings hat man uns bereits bei der Beantragung Ende letzten Jahres gesagt, dass da etwas im Gange und die Genehmigung der Wegweiser eventuell nicht von langer Dauer sei.“

Auch auf der Facebook-Seite der Sylter Rundschau melden sich Kritiker zu Worte: „Keitum ist ein gastronomisches Kleinod. Es wäre den Anbietern und vor allem den Gästen mehr damit geholfen, die Schilder-Standorte noch zu erhöhen“, schreibt Maurice Morell, „jedoch nur Hinweise auf Basics wie Bank, Bäcker, Florist und andere Grundversorger zu bringen und die Orte für Kunsthandwerk und Literatur und Genussorte wie Cafés und Eisverkauf bewusst zuzulassen.“ Die vielen Hinweise zu den „gefühlt x-ten Cashmere-Pullover-Läden, Marken-Kindermode-Anbietern und Immobilienbüros“ seien aber die falschen Signale, findet Morell.

Facebook-Nutzerin Saskia Jung-Waldherr schreibt: „Sorry, wem das gefällt, der hat noch nicht verstanden, dass die Gäste neben den Dingen des täglichen Bedarfs und der ‚Schnuckeligkeit‘ von Keitum eben auch die Hotels, die Gastronomie und die Geschäfte finden und besuchen wollen. Nur mit Kunst und Natur allein können wir keine Touristen mehr locken und keine Arbeitsplätze sichern. Bitte nicht vergessen: Jeder von uns lebt direkt oder indirekt vom Tourismus.“

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