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Hörnum auf Sylt : Schelte fürs Land, Sekt für die Bürger

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Hörnum kam Bürgermeister Rolf Speth ordentlich ins Schimpfen.

von
erstellt am 08.Jan.2014 | 00:33 Uhr

200 Gläser Sekt schenkten Melanie Scharf von der Gemeinde Hörnum und Ute Weidner vom Tourismus-Service auf dem Jahresempfang im Inselsüden am Montagabend aus. Ein bisschen, könnte ein Nicht-Hörnumer vermuten, damit sich die rund 180 Gäste, die ins Restaurant Biike des Hapimag Ressorts gekommen waren, das Leben in Hörnum schön trinken können. Denn wenigsten der Themen, die Bürgermeister Rolf Speth in seiner Rede ansprach, waren positiv besetzt – „viele Dinge gehen auch mal quer“. Zum Beispiel der Kampf um den Erhalt der Südspitze: „Wir sehen, wie immer mehr Sand verloren geht, und zwar nicht nur während der Stürme, sondern auch sonst.“ Doch der Hörnumer Hilferuf nach Kiel sei nicht erhört worden: „Ich weiß mir bald auch nicht mehr zu helfen.“

Kiel war in der Rede des Hörnumer Bürgermeisters ohnehin nicht gut gelitten, verhindere das Land doch außerdem den schnellen Bau von Dauerwohnraum: „Ins Haus Budersand könnten 20 Familien rein, doch das Land lässt es nicht zu.“ Und um günstige Darlehen für den Wohnungsbau zu erhalten, würden vom Land Forderungen gestellt, „an denen der Architekt hier verzweifelt.“ Komplett schwarz wollte Speth für seinen Inselort dann doch nicht sehen: „Wir kriegen es hier ja alles irgendwie hin. Unser größtes Problem ist es, dass wir gelegentlich überverwaltet werden. Wenn wir nach Kiel oder Husum müssen, wird’s schwierig.“ Und etwas Gutes hatte das vergangene Jahr dann doch: „Der Bau der neuen Feuerwache ging ruck zuck über die Bühne - das war eine reine Freude.“ Erfreut zeigte sich Speth auch von den vielen Gästen des Empfangs – für ihn auch ein Zeichen einer funktionierenden Dorfgemeinschaft.

Bei den Gästen kam die Rede gut an: „Ich kann den Bürgermeister verstehen, ich bin gerade vom Verlust der Odde sehr enttäuscht“, sagte Ilse Henschel (72), die seit den 60er Jahren in Hörnum lebt. Auch Inge Clausen lobte die deutlichen Worte des Bürgermeisters: „Mir hat höchstens gefehlt, dass die weitere Planung mit der Grundschule angesprochen wird.“

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