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Elektrobusse auf Sylt : Saubere Luft auf den Straßen der Insel

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Elektrobusse, die lautlos über die Insel gleiten. Auf Sylt könnte das Alltag werden. Doch der große Durchbruch der E-Mobilität steht noch aus

Lautlos gleitet der große Bus durch die Sylter Landschaft. Rund 200 Kilometer kann das umweltfreundliche elektrobetriebene Gefährt zurücklegen, bevor die Batterien aufgeladen werden müssen. Seit 2014 beschäftigt sich die Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) mit dem möglichen Einsatz von Elektrobussen – keine billige Angelegenheit. Bis zu 450  000 Euro kann ein solches Gefährt kosten, sagt Sven Paulsen, Inhaber der SVG.

Derzeit werden die Strecken mit 21 dieselbetriebenen und einem erdgasbetriebenen Bus bedient. Die neuen innovativen Batterie-Busse fahren laut Herstellerangaben bisher nicht serienmäßig. Unter realen Bedingungen soll der deutsche Prototyp mit dem Namen Sileo jetzt auf der Insel getestet werden – dann wird entschieden.

„Ich glaube fest an E-Busse als Alternative zu Dieselfahrzeugen“, sagt Paulsen. Bereits im kommenden Jahr könnte der erste umweltfreundliche Bus auf Sylt fahren. Bevor die Busse über die Insel rollen können, müsse allerdings die Infrastruktur auf der Insel, die Ladestationen und die Wartungen geregelt werden. Sowohl das Liniennetz als auch die Distanzen auf der Insel böten jedoch gute Voraussetzungen für den Einsatz von Elektrobussen. Das zeigt auch eine Studie der Fachhochschule Flensburg.

Autos, die nur mit Strom fahren, sind bereits länger auf der Insel im Einsatz. Ralf Fröse vermietet auf Sylt online Elektroautos über das eCarsharing-Portal: „Es gibt ein Klientel, das ausdrücklich nach Elektroautos fragt.“ Auf Sylt nähmen sich die Leute Zeit, sich mit den neuen Autos auseinander zu setzen. „Es macht unglaublich Spaß mit den geräuschlosen Autos zu fahren“, so Fröse.

Auch die Mitarbeiter der Energieversorgung Sylt (EVS) sind mit einigen Elektroautos im Einsatz. Gemeinsam mit zwölf weiteren Partnern sind sie an dem Förderprojekt „ecconect Germany“ beteiligt. In den nächsten zwei Jahren soll ein Pilotprojekt für die Umsetzung bundesweiter Elektromobilität gestartet werden. Dabei wird regenerativ erzeugter Strom aus Wasserkraft genutzt. „Das schönste Ziel wäre es, wenn man auf der Insel hauptsächlich mit E-Mobilen fahren würde“, so eine EVS-Sprecherin. Mit Elektromobilität und CO2-neutral erzeugtem Strom könne die Mobilität erhalten und die Umwelt geschont werden, heißt es vom Energieversorger.

An sechs öffentlichen Orten auf der Insel können Fahrer der sauberen Autos ihre Batterien aufladen: Zum Beispiel in Rantum an der Sansibar, in Hörnum, Kampen und List. Auch Mitarbeiter der Gemeinde Sylt gleiten mit einem Elektroauto über die Insel.

Nikolas Häckel, Sylts zukünftiger Bürgermeister, zeigte sich bei der gestrigen Probefahrt begeistert: „Ich kann mir vorstellen, ein E-Mobil als Dienstwagen zu nutzen.“

Sehr skeptisch sehen allerdings die großen Autovermieter den vermeintlichen Trend auf der Insel zur E-Mobilität. Sowohl Sixt als auch Europcar vermieten keine Elektroautos auf der Insel. Die Autos seien nicht gut angenommen worden – die Kunden seien vorsichtig, so eine Europcar-Sprecherin. Der große Durchbruch der Elektroautos und Busse auf Sylt steht also noch bevor.

Kostenlose Probefahrten im E-Bus sollen für die Öffentlichkeit am Mittwoch (8.4.) angeboten werden. Start ist am ZOB in Westerland (Dauer 0,5 - 1 Std.), jeweils um 10, 11 und 12 Uhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 08.Apr.2015 | 05:30 Uhr

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