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Sylter Landwirtschaft : Saubere Eier von glücklichen Hennen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auf dem Hof Hansen in Morsum kommt momentan oft die Frage nach Fipronil / Sebastian Mauerer kann Entwarnung für die Sylter Eier geben

Der Hansen-Hof in Morsum, der einzige große Legebetrieb auf Sylt, hat keine Probleme mit Fipronil in seinen Eiern – der Grund: Es werden keine chemischen Mittel genutzt, um gegen Milben und Läuse vorzugehen. „Wir nutzen zur Beseitigung Steinmehl, genauer gesagt Kieselgur – das ist zu 100 Prozent biologisch“, berichtet Sebastian Maurer, Geschäftsführer des Hofes und Schwiegersohn des Eigentümers Andreas Hansen.

Kieselgur ist ein weißliches Pulver, das hauptsächlich aus fossilen, also versteinerten Kieselalgen besteht und „das Ungeziefer an den Hühnern einfach austrocknet.“

„Dass die Insekten in Legebetrieben auftauchen ist völlig normal, ein Problem haben alle Landwirte dieser Art“, erklärt der 27-jährige Ladenbetreiber.

Die Verwendung des biologischen Mittels ist teurer und bedeutet mehr Aufwand, denn neben dem höheren Einkaufspreis muss Kieselgur auch häufiger versprüht werden, da es nicht so aggressiv ist. Der Betrieb nimmt diese Kosten dennoch auf sich: „Dafür setzen wir keine Chemiekeule bei den Tieren ein, das wollen wir einfach nicht.“

Doch natürlich merkt man auch in dem Inselbetrieb, dass momentan großes Aufsehen um das Produkt „Ei“ herrscht. Eine der ersten Reaktionen war die Nachfrage des Veterinäramtes, das sich beim Hansenhof, außerhalb der üblichen Kontrollen, darüber erkundigte, welche Mittel in den letzten Monaten zur Bekämpfung der Schädlinge eingesetzt wurden. Für Sebastian Maurer war es ein Leichtes, eine entwarnende Antwort zu geben: „Unser Lieferant für Desinfektions- und Hygienemittel ließ uns direkt eine Bestätigung darüber zukommen, welche Mittel wir verwenden.“

Neben dem Ausdruck, den Maurer an das Amt schickte, machte er noch einen zweiten, der nun auf der Theke klebt. „Seit letzter Woche fragen die meisten Leute vor dem Kauf von Eiern nach, ob wir auch auch betroffen sind“, erzählt er. Seine Stammkunden wüssten aber, dass er keine Chemie anwendet „und verlassen sich drauf.“

Ein Absatzproblem hat der Betrieb durch den Eier-Imageschaden nicht – ganz im Gegenteil: „Seitdem waren unsere Eier jeden Tag ausverkauft, zum Teil schon am Nachmittag.“

Rund 2200 Eier legen die 2500 Hennen am Tag. Ein Teil davon wird an einen Großhändler verkauft, der dann Hotels, Supermärkte und andere Betriebe auf der Insel beliefert. Der Rest der Eier wird im eigenen Hofladen direkt an die Endverbraucher verkauft.

Auch einen Online-Shop mit den Produkten des Ladens betreibt der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann und bekommt auch dort spürbar mehr Eier-Bestellungen aus der ganzen Republik. Von „Hamburg und Berlin bis ins tiefste Bayern“ wollen Menschen die Eier mit dem Inselaufdruck, da viele den Supermarkt-Eiern wahrscheinlich nicht mehr vertrauen.

Doch auch so kaufen Leute aus ganz Deutschland online die Insel-Eier. Sebastian Maurer weiß warum: die Insel-Eier schmecken anders als „Normale“. Wie er berichtet, wird auf dem Hof nur vollwertiges Getreide verfüttert, das nur einmal im Jahr zwischen Hamburg und Sylt geerntet wird. Dem Futter sind noch geriebene Austernschalen beigefügt „die unter anderem viel Calcium und Magnesium liefern.“ Außerdem fressen die Hühner, die mindestens zehn Stunden am Tag auf die 12  000 Quadratmeter große Freifläche können, noch die besonders salzhaltigen Gräser. „Dadurch schmecken die von Sylt stammenden Eier salziger und haben eine sehr kräftige orangene Farbe“, sagt er überzeugt.

Ob man ein Ei vom Hansen-Hof isst, ist aber auch anders zu erkennen: Der Betrieb druckt auf jedes seiner Eier die Insel-Umrisse.

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