Westerland : Satte Gewinne für die kleinen Parteien

Glückwunsch: Carsten Kerkamm (re.) gratuliert Karl-Rydgard Andersen von den 'Bürgern für Sylt als Einheit' zum gewonnenen Bürgerentscheid. Ein Ergebnis, das ganz im Sinne von Petra Reiber ist. (Bergmann)
Glückwunsch: Carsten Kerkamm (re.) gratuliert Karl-Rydgard Andersen von den "Bürgern für Sylt als Einheit" zum gewonnenen Bürgerentscheid. Ein Ergebnis, das ganz im Sinne von Petra Reiber ist. (Bergmann)

Mit fünf Überhangmandaten wächst die Westerländer Stadtvertretung auf 24 Mitglieder - und in einem halben Jahr wird schon wieder neu gewählt.

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26. Mai 2008, 09:46 Uhr

Westerland | "An uns kleinen Parteien kommt jetzt niemand mehr vorbei", freute sich SSW-Stadtvertreter Klaus Jensen gestern nach Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Endergebnisses. Tatsächlich hat die CDU im Vergleich zur Kommunalwahl 2003 5,46 Prozent verloren, mit 38,6 Prozent der Stimmen aber alle zehn Direktmandate gewonnen. Ihnen sitzen jetzt 14 Stadtvertreter anderer Parteien gegenüber: Fünf stellt - wie in der vergangenen Legislaturperiode - die SPD, vier die SWG, drei der SSW und zwei kommen von den Grünen. Für letztere zog Politik-Neuling Tobias Klapper mit seinen 20 Jahren als jüngstes Mitglied in das Gremium ein. Nach der Kommunalwahl 2003 hatten Grüne und SSW je einen, die damals noch unter dem Namen UBW firmirende SWG sogar drei Vertreter weniger.
Ein halbes Jahr zum Einarbeiten

Unabhängig von den Kandidaten kann die Konstellation in einem halben Jahr allerdings schon wieder anders aussehen: Denn dann wird neu gewählt. Und zwar in einer mit Sylt-Ost fusionierten Kommune (siehe erste Seite). "Bis dahin müssen sich viele neue Leute in die teilweise ja nicht ganz unkomplizierten Materien einarbeiten", erklärte der neue SPD-Stadtvertreter Uwe Tiedjen - und spielte damit auch auf den überdeutlichen Sieg der SWG in Sylt-Ost an (siehe Seite drei).
Erschreckend - das Interesse fehlt
In einem Thema waren sich die Neugewählten schon mal einig: Die extrem niedrige Wahlbeteiligung von 46,38 Prozent wurde parteienübergreifend als "katastrophal" bezeichnet. Tatsächlich ist es ein neuer Negativ-Rekord: Schon 2003 hatte man eine Wahlbeteiligung von damals immerhin noch gut der Hälfte aller Stimmberechtigten (51,63 Prozent) als unzureichend kritisiert. "Diese weitere Reduzierung ist eine Interessenlosigkeit, die mich erschreckt", erklärte dazu beispielsweise CDU-Vertreter Günther Frank und verwies darauf, dass es durch den Bürgerentscheid schließlich "um besonders viel" gegangen sei.

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