Sankt Florian auf Sylt

Rundschau-Redakteurin Friederike Reußner.
Rundschau-Redakteurin Friederike Reußner.

von
15. April 2014, 12:22 Uhr

Wer auf Sylt lebt, weiß um die Wohnraumprobleme der Insel. Und der weiß auch, dass den Gemeinden seit Jahren vorgeworfen wird, sich dieser Problematik nicht schnell und intensiv genug anzunehmen. Dass nun unter anderem am Schulzentrum möglichst zügig 32 bezahlbare Wohnungen von der Gemeinde Sylt gebaut werden sollen, müsste sich demnach jeder Sylter, der sich mit seiner Insel auseinandersetzt, freuen.

Klar – wenn der Blick aus dem eigenen Grundstück nicht mehr so frei und unverbaut ist wie bisher, ist es verständlich, wenn die Freude zunächst verhalten ist. Doch die Argumentation: „Ich habe generell nichts gegen Dauerwohnraum, aber nicht so ...“ erinnert an das klassische Sankt-Florian-Prinzip: „Verschon’ meinen Blick, bau anderswo an“. Einfach gesagt: Irgendeinen Ausblick oder eine Blumenwiese wird der Bau von Dauerwohnungen in Westerland immer kaputt machen. Wenn dafür Menschen, die die Insel ansonsten verlassen würden, hier bleiben können, ist es das wert.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen