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Kommentar : Sandsackdiskussion und Muskelspiel

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

SR-Redakteur Pierre Boom zum Streit um Katastrophentag

von
erstellt am 16.Okt.2014 | 05:09 Uhr

Wäre das Thema nicht so ernst und zugleich wichtig für die Menschen auf Sylt, könnte man das, was sich Gemeindevertreter und Verwaltungsmitarbeiter in Sachen „Tag des Katastrophenschutzes“ im Hauptausschuss lieferten, salopp als Sandsackdiskussion bezeichnen. Ausgiebig wurde diskutiert, dass die Organisatoren gerne vorgeführt hätten, wie Sandsäcke fachgerecht gefüllt werden, dann rückenschonend weitergereicht und schließlich rutschfest gestapelt werden. Das sei jedoch eine schwierige Arbeit, die am besten nur Experten machen sollten. Gemeindevertreterin Maria Andresen von den Grünen hielt dagegen, verwies auf freiwillige Helfer an Oder und Elbe bei Hochwasser-Einsätzen. Nicht zu vergleichen, belehrte sie Gabriele Gotthardt vom Ordnungsamt: Denn auf Sylt herrschten gänzlich andere Bedingungen als im Oderbruch.

Bürgerpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter finden derzeit schwer zueinander, ja scheinen sich in ganz unterschiedliche, oft gegensätzliche Richtungen zu bewegen. Während Gemeindevertreter immer häufiger und schärfer kritisieren, die Verwaltung würde wichtige Projekte auf die lange Bank schieben oder verbindliche Beschlüsse einfach ignorieren, verweisen Mitarbeiter der Inselämter selbstbewusst auf ihre Fachkompetenzen und reagieren gereizt auf Kritik aus den Reihen der „Amateure“. Sind das alles nur Muskelspiele am Ende einer anstrengenden Saison? Oder werfen da schon die Umbrüche ihre Schatten voraus, mit denen alle nach der Wahl eines neuen Bürgermeisters und Verwaltungschefs rechnen?

 

 

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