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Sylter Rundschau

24. August 2017 | 01:48 Uhr

Sand und Sonne

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bei schönstem Frühlingswetter beobachteten Schaulustige eine stets wiederkehrende Pflichtübung auf Sylt: Nach den Herbststürmen, die an der Insel nagten, wird neuer Sand aufgespült.

Bei strahlendem Sonnenschein haben am Sonnabend vor Westerland die diesjährigen Sandvorspülungen auf Sylt begonnen. Alles sei planmäßig verlaufen, sagte Wolfgang Siegfriedt vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN). Zahlreiche Schaulustige versammelten sich an der Strandpomenade und beobachteten, wie das grau-braune Sand-Wasser-Gemisch aus einem Rohr sprudelte.

Am Morgen war das Spülschiff „NJord R“ aus Esbjerg in Dänemark eingetroffen, das erstmals an den Spülungen beteiligt ist. „Sonst hatten wir kleinere Schiffe“, sagte Siegfriedt. Die „NJord R“ kann dem Landesbetrieb zufolge mit einer Ladung rund 3 500 Kubikmeter Sand spülen. Sechs Fahrten absolviert das Schiff pro Tag. Auch nachts gehen die Spülungen weiter. Über das auf dem Meeresboden verlegte 1 200 Meter lange Rohr, eine sogenannte Dükerleitung, wird das Gemisch noch bis zum Wochenanfang auf den Strand aufgebracht.

„Bislang läuft alles gut“, sagte Siegfriedt. „In vier Tagen sind wir fertig.“ 80 000 Kubikmeter werden an dieser Stelle hinzugefügt. Danach warten noch acht weitere Abschnitte an der Westküste der Insel. Insgesamt sollen auf der Nordseeinsel 1,255 Millionen Kubikmeter Sand bewegt werden. 6,8 Millionen Euro werden 2014 dafür investiert.

Der an der besonders gefährdeten Südspitze der Insel gelegene Ort Hörnum wird zusätzlich durch Tetrapoden geschützt, die zuvor an anderer Stelle entnommen worden waren (wir berichteten). Mit ihnen wird das küstenparallele Längswerk um 400 Meter nach Süden verlängert. Die Südspitze war von den Herbst-Stürmen „Christian“ und „Xaver“ besonders betroffen.Insgesamt wurden auf Sylt seit 1972 bis Ende 2013 mehr als 43 Millionen Kubikmeter Sand aufgespült.

Die Kosten beliefen sich auf 189 Millionen Euro. Nach dem Fachplan Küstenschutz Sylt müssen jährlich eine Million Kubikmeter Sandverluste ausgeglichen werden.


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erstellt am 18.Mai.2014 | 15:20 Uhr

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