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Gefährliche Chemikalie : Salpetersäurefässer an Sylter Küste angespült

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In den vergangenen Tagen sind mehrere 200-Liter-Behälter gefunden worden. Herkunft unbekannt.

Rantum/Sylt | Im Sylter Süden sind in den vergangenen Tagen drei blaue Fässer mit der niederländischen Aufschrift „Salpeterzuur 68%“ angetrieben worden. Ob sich darin aber wirklich eine ätzende Säure befand, ist noch nicht klar. Die 200-Liter-Fässer wurden zum Sylter Recyclinghof gebracht, der nun für die Entsorgung zuständig ist. Der Rantumer Wehrführer Thomas Nissen vermutet, dass der Sondermüll kurz zuvor auf einem Frachtschiff über Bord geworfen worden war – das Etikett hatte sich noch nicht gelöst.

Das erste blaue Fass war am Dienstag Abend von Passanten in Hörnum entdeckt worden. Der blaue Kunststoffbehälter war nach Angaben von Wehrführer Dieter Mordhorst dicht verschlossen und etwa zu einem Viertel gefüllt. Er wurde von den Kollegen des Löschzugs Gefahrgut des Kreises Nordfriesland abgeholt und zum zentralen Sylter Wertstoffhof gebracht.

Am Mittwoch und am Sonntag trieben zwei weitere Fässer am Strand vor Rantum an. Aus einem tropfte eine Flüssigkeit heraus – nach Einschätzung des Wehrführers handelte es sich aber nicht um eine ätzende Säure. „Das kann auch Seewasser gewesen sein“, meint Thomas Nissen.

Salpetersäure gilt als wassergefährdend

„Eine Auswertung des Inhaltes hat bislang nicht stattgefunden“, berichtet am Montag Peter Mause, der die Schadstoffunfallbekämpfung beim Landesbetrieb Küstenschutz (LKN.SH) in Husum leitet. Auch über einen möglichen Verursacher der Meeresverschmutzung lägen keine Erkenntnisse vor. „In der letzten Woche hat es meines Wissens keinen Schiffsunfall und keine Havarie gegeben, bei der die Fässer ins Gewässer gelangt sein könnten.“

Nach Angaben von Peter Mause gilt Salpetersäure als wassergefährdend. Die Chemikalie wirke auf Haut, Atemwege, Augen und Schleimhäute ätzend. Genauere Aussagen seien aber erst nach einer Auswertung der Funde möglich.

Der Tourismusservice habe den Auftrag zur Entsorgung erteilt, erläuterte LKN.SH-Pressesprecher Hendrik Brunckhorst. Seine Behörde wäre nur dann für die Entsorgung und gegebenenfalls Analyse zuständig gewesen, wenn sich die Fässer im Wasser, also unterhalb der mittleren Hochwasser-Linie, befunden hätten.

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