Rundum-Kur für die Lebenshilfe

Im Anbau werden die Besucher gleich freundlich empfangen.
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Im Anbau werden die Besucher gleich freundlich empfangen.

Nach zwei Jahren sind die Umbaumaßnahmen beinahe abgeschlossen / Der Sozial- und Gesundheitsausschuss besichtigte das Ergebnis

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19. September 2012, 08:08 Uhr

Westerland | "Offen, luftig, großzügig, hell" - diese Adjektive fallen beim Rundgang des Sozial- und Gesundheitsausschusses durch die neuen Räume der Lebenshilfe immer wieder. Mit freundlichen Farben, hellem Holz und zahlreichen gespendeten Designer-Stücken, hat Lebenshilfe-Leiter Oliver Marco Pohl an der Bastianstraße Räume zum Wohlfühlen geschaffen. Gleich im neuen Eingangsbereich wird der Unterschied zu früher deutlich: Die Besucher müssen nicht mehr durch den Wohnbereich der größtenteils geistig behinderten Bewohner laufen. Es gibt einen separaten Eingang im neuen Anbau. Hier erwarten die Besucher zahlreiche Sitzmöglichkeiten, maritime Bilder und ein Fenster direkt ins Büro. "Das war uns besonders wichtig", erklärt Pohl. "Wer mit seinen Sorgen hier hereinkommt, soll sich sofort willkommen fühlen."

Im Wohnbereich wurden zwölf der achtzehn Einzelzimmer vollständig renoviert. "Wir haben von den Rohr- und Leitungssystemen bis hin zur Elektrik alles angefasst", sagt Pohl. Die Hälfte aller Zimmer hat jetzt ein eigenes Bad und die Farbgestaltung in ihren Räumen durften sich die Bewohner selber aussuchen. "Die Wände sind grün, quietsch-orange und rosa geworden", erzählt Pohl. "Es ist toll, was für eine Fantasie die Leute haben." Auch die anderen sechs Zimmer werden in nächster Zeit frisch gestrichen und mit einem neuen Fußboden versehen.

In den Gemeinschaftsräumen hat sich einiges getan. Statt einer Küche und einem Wohnzimmer gibt es jetzt zwei großzügige Wohnküchen. "Dadurch können wir die Gruppen bei den Essen aufteilen und die Räume sind nicht mehr so überfrachtet", so Oliver Marco Pohl. Viele der Möbel durfte der Lebenshilfe-Leiter kostenlos in Hotels abbauen und für die Einrichtung verwenden. Außerdem wurden im Wohnbereich ein Pflegebad und ein Medikamenten-Raum eingerichtet.

Der Platz für die zusätzlichen Räume hat die Lebenshilfe durch eine Verlagerung anderer Bereiche in den neuen Anbau gewonnen. Dort sind nun der Frühförder-, Besprechungs- und Veranstaltungsraum untergebracht. Letzterer ist nicht nur für die Feiern der Bewohner gedacht, sondern auch für Kurse, Fortbildungen, das Elternfrühstück, Anwohner-Versammlungen und manchmal sogar für Hochzeiten.

Insgesamt hat der ganze Umbau rund 1,4 Millionen Euro gekostet und hat sich über zwei Jahre hingezogen. Bereits 2007 hat Pohl seine Ideen erstmals öffentlich gemacht und damit begonnen, Geld zu sammeln. Durch zahlreiche Benefizveranstaltungen, Spenden und die Bewilligung eines Zuschusses durch die Stadt konnte der Bau im Sommer 2010 begonnen werden. Einige Formalitäten haben die Fertigstellung enorm verzögert. "Wir mussten zum Beispiel eineinhalb Jahre auf die Genehmigung für eine vom Brandschutz vorgeschriebene Treppe warten", erzählt Pohl. Andere Unterbrechungen waren dem Ruhebedürfnis der Bewohner geschuldet. Auch jetzt befindet sich die Lebenshilfe noch in der Bauphase. Es fehlen einige Maler- und Elektroarbeiten und die Außenbereiche müssen fertig gestellt werden. Trotzdem ist Pohl sehr zufrieden und bedankt sich beim Gesundheits- und Sozialausschuss für die finanzielle Unterstützung. "Es wird auch noch eine richtige Eröffnungsfeier geben - oder besser gesagt drei." Auch Pohls Bemühungen finden großen Beifall beim Ausschuss. Dort hat man für die Zukunft schon vorgesorgt, wie der Ausschussvorsitzende Eberhard Eberle versichert: "Bei der Planung des Bastianplatzes haben wir 2 100 Quadratmeter für eine Erweiterung der Lebenshilfe eingeplant."

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