Jahresbericht : Rotes Kreuz: 70 Einsätze am Strand

Im Februar wurden die wenigsten Einsätze verbucht, im Juli die meisten. Foto: grafik: drk
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Im Februar wurden die wenigsten Einsätze verbucht, im Juli die meisten. Foto: grafik: drk

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17. März 2011, 07:24 Uhr

SYLT | Die wachsende Zahl von Urlaubern, aber ebenso der demografische Wandel in der Sylter Bevölkerung machen sich auch bei den Einsätzen des Rettungsdienstes auf der Insel bemerkbar: So wuchs die Zahl aller Einsätze und Fahrten im vergangenen Jahr gegenüber 2009 um vier Prozent, im Vergleich zu 2005 gar um 27 Prozent.

Dies geht aus dem Jahresbericht 2010 hervor, den das für den Rettungsdienst auf Sylt zuständige Deutsche Rote Kreuz (DRK) Westerland jetzt vorlegte.

Insgesamt 5987 Mal - das bedeutet durchschnittlich mehr als 16 Fahrten pro Tag - war das DRK Westerland im vergangenen Jahr gefordert. Allein 3068 Mal war dabei ein Rettungswagen im Einsatz, 938 Mal der Notarzt. Hinzu kamen 1618 Fahrten der Krankentransportwagen, die etwa Patienten zur Dialyse brachten oder aus dem Krankenhaus abholten. Abgerundet wird die Statistik 2010 durch 363 Fahrten zum Festland: Ein Teil der Patienten wurde in Fachkliniken befördert, andere in das Krankenhaus ihres Heimatortes - bis in den Schwarzwald führte dabei die weiteste Tour. Insgesamt wurden bei den 5987 Fahrten des Vorjahres vom DRK-Fuhrpark gut 155 000 Kilometer zurück gelegt, was fast vier Umkreisungen der Erde entspricht.

Wenn die Retter gerufen werden, sind sie umgehend zur Stelle: "Nach der Alarmierung durch die Rettungsleitstelle via Meldeempfänger vergehen nur 60 Sekunden, bis ein Rettungstransportwagen ausgerückt ist, nach nur 90 Sekunden ist der Notarzt auf dem Weg", erklärt der für den Rettungsdienst zuständige Mitarbeiter Andreas Reyer.

Während der Februar 2010 mit 165 Rettungseinsätzen den schwächsten Monat darstellte, mussten die DRK-Rettungswagen im Spitzenmonat Juli gleich 414 mal ausrücken. "Dabei waren zum Teil bis zu fünf Rettungswagen und

zwei Notärzte zeitgleich unterwegs", berichtet der DRK-Vorsitzende Karl-Heinz Kroll, der auf das "starke personelle Fundament" verweist, "durch das jederzeit auch noch weitere Fahrzeuge besetzt werden könnten."

Besondere Anerkennung verdiene in diesem Zusammenhang die ehrenamtliche Bereitschaft des DRK, die unter anderem mit einem Dutzend ausgebildeter Rettungsassistenten die hauptamtlichen Mitarbeiter professionell unterstütze. "Dass die Mitglieder der Bereitschaft im Vorjahr nahezu 10 000 Stunden Freizeit geopfert haben, verdient ein hohes Maß an Anerkennung", so Kroll.

Ob Knochenbruch oder Kreislaufkollaps, Verkehrsunfall oder Volltrunkenheit - die Ursachen der Einsätze waren vielfältig. Einen großen Anteil daran hatten internistische Vorfälle wie Herzinfarkte und Schlaganfälle. Signifikant: "Durch die zunehmende Bautätigkeit auf Sylt haben sich die Unfälle auf den Baustellen vermehrt", berichtet Andreas Reyer. In der Hochsaison waren auch Sylts Strände ein Brennpunkt: 70 Mal musste eines der fünf Allrad-Rettungsfahrzeuge dorthin ausrücken, 30 Mal war zusätzlich der Notarzt vonnöten. Reyer: "Auch dort waren die Anlässe für die Einsätze sehr unterschiedlich: Asthmaanfälle und Alkoholvergiftungen wurden ebenso verzeichnet wie Verletzungen durch Surfbretter oder aber ausgekugelte Schultern beim Baden in der Brandung."

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