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Interview zum Jahresabschluss : Ronald Benck: List ist auf einem guten Weg

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Jahresabschluss-Interview spricht Ronald Benck, Bürgermeister von List, über seine Anfangszeit im Amt, die wichtigsten Themen in 2015 und seine Wünsche für das kommende Jahr.

Während sich das Inseljahr langsam dem Ende zuneigt, hat sich die Sylter Rundschau mit den fünf Inselbürgermeistern unterhalten, welche Themen sie und ihre Gemeinden 2015 bewegt haben. Heute lesen Sie unser Interview mit Ronald Benck, Bürgermeister der Gemeinde List.


Herr Benck,was waren für Sie die bestimmenden Themen 2015 in List?
Eines der wichtigen Themen war natürlich die Nachbesetzung des Bürgermeisteramts. Für mich persönlich war das die aufregendste Zeit. Schlussendlich ist dann doch der Wunsch von Wolfgang Strenger in Erfüllung gegangen und ich habe mich bereit erklärt, seine Nachfolge zu übernehmen. Dann gab es noch drei Monate Aufregung, als Herr Strenger und ich zusammen im Büro saßen und er mich eingearbeitet hat. Das war natürlich auch etwas anderes, als wenn man bloß der Stellvertreter ist. Es war eine schöne Zeit, Herr Strenger hat mir sehr geholfen, mich hier einzufügen.

Haben Sie zwischenzeitlich bereut, dass Sie sich haben überzeugen lassen, dieses zeitaufwendige Ehrenamt zu übernehmen?
Bereut habe ich es nicht. Aber im ersten Monat, in dem ich hier alleine saß, da habe ich mich schon gefragt, ob es der richtige Schritt war. Denn ich musste mich in jeden Vorgang noch einmal richtig rein lesen. Jetzt, nach einem Vierteljahr, bin ich besser im Flow. Und ich kann vieles nachvollziehen, es ergibt alles einen roten Faden. Außerdem habe ich die Kollegen oder beispielsweise die Verwaltung in Westerland besser kennengelernt.

Macht Ihnen Ihr Ehrenamt Spaß?
Sehr viel Spaß.

Wie viel Zeit verbringen Sie denn jetzt als Bürgermeister und wie viel in ihrem eigentlichen Beruf, als Inhaber eines Lister Bekleidungsgeschäfts?
Das kann ich Ihnen ganz genau sagen: Seit dem ersten Oktober war ich drei Mal im Geschäft. Ansonsten habe ich immer hier gesessen. Und auch am Wochenende habe ich zu Hause vorm Rechner mit den Bürgermeister-Arbeiten weiter gemacht. Das ist ein Fulltime-Job. Innerhalb unserer Familie funktioniert dieser Wechsel aber sehr gut: Meine Frau kümmert sich jetzt noch mehr ums Geschäft und geht in dieser Rolle vollkommen auf.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den anderen Inselbürgermeistern?

Prächtig. Wir sind ein eingeschworenes Team.

Allesamt?
Na ja, mit der Großgemeinde Sylt... da gibt es des öfteren sportliche Wettkämpfe. Aber mit allen anderen läuft es wirklich harmonisch. Ich weiß auch nicht... Aber ich bin da unvoreingenommen. Wenn aus Westerland gute Beschlussvorlagen kommen, die auch gut für unseren Ort sind, dann bin ich der letzte, der sich dagegen sträubt. Aber das ist oft leider nicht der Fall.

Das Thema Strandversorgung ist ja eines der Dauerbrenner-Themen in List...

Wir haben die schönsten Strände der Insel - zumindest aus meiner Sicht. Aber bei der Strandversorgung herrscht immer noch der Charme der 60er Jahre vor - da müssen wir unbedingt etwas machen. Die Zusammenlegung der Strände bleibt also weiterhin eines unserer Themen, die Strandversorgung auch. Die Verträge mit der Weststrandhalle laufen noch bis Ende 2017, dann wollen wir eine Halle erstellen, die auch wirklich Meeresblick hat. Ich würde gerne jetzt schon mit dem Kurdirektor in die Planung einsteigen.
Ein weiteres großes Thema hier im Inselnorden ist natürlich der Hafenboulevard, beziehungsweise die Neugestaltung des Lister Marktes. Ich glaube, die Baugenehmigung dafür liegt sicherlich dieses Jahr noch auf dem Tisch. Das wird für List ein ziemlich großer Schritt sein, der städtebaulich extrem wichtig ist. So wie sich die Zufahrt in den Ort jetzt darstellt, ist es einfach nicht schön. Doch mit den neuen Planungen ist der militärische Beigeschmack, den die Gegend hat, dann endlich verschwunden. Der Boulevard, der Lister Markt - das sind Projekte, die 2016, 2017 sicherlich für viel Arbeit sorgen werden.

Zudem soll auf dem ehemaligen Gelände des Offiziersheims ein sogenanntes Medical Spa entstehen.
Ja, der Lanserhof. Es gab vor ein paar Wochen noch einmal eine Begehung des Geländes durch Vertreter des Landes, unter anderem vom Umweltministerium. Bei diesem Treffen herrschte Einigkeit, dass die Pläne für den Lanserhof im Grunde eine gute Idee sind.
Über die genaue Umsetzung muss dann noch gesprochen werden: Wie man es schafft, eine deutlich massivere Bebauung als jetzt umzusetzen, ohne dass die Umweltbelange gestört werden. Ich denke aber, dass man da auf einem gutem Weg ist.Es wäre für List ein großer Schritt, der auch inselweit begrüßt wird.Dann gäbe es auf Sylt auch ein MRT. Ich glaube, selbst Menschen aus dem Umland von Niebüll werden dann nicht mehr nach Hamburg fahren, sondern auf die Insel kommen, wenn sie ein MRT nutzen müssten. Man darf ja nicht vergessen: Der Lanserhof ist zwar eine Art Kurklinik, aber es gibt dort auch ein ambulantes Angebot, dass die Insulaner nutzen können.

Was wünschen Sie sich für das kommende Jahr?
Dass die Pläne, die Lister Schwimmhalle doch noch zu retten, auch wirklich aufgehen. In diesem Bereich bin ich den amtsangehörigen Gemeinden im übrigen sehr dankbar, dass sie uns so unterstützen.

Ein Herzenswunsch von mir ist es außerdem, dass sich auf dem Gelände der ehemaligen Marineversorgungsschule etwas tut.

Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht?

Ich denke, das ist nicht ganz unwahrscheinlich. Es gibt Ideen, wir stehen in ständigen Kontakt mit den Eigentümern. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie das Gelände bebaut wird. Geplant ist ja, dass ein Teil der Flächen von der Gemeinde für Dauerwohnraum genutzt wird und ein Teil vom Eigentümer bebaut werden kann. Die Eigentümer wollen möglichst viel bauen, wir wünschen uns eher eine geringere Anzahl. Da muss man die Mitte finden. Und das Damoklesschwert ist immer noch der mögliche Nachzahlungsfall beim Bund. Dieser kann immer noch darauf beharren, dass bei einer neuen Planung für das Gelände noch mehr Geld gezahlt wird, das könnten bis zu 20 Millionen Euro werden. Das würde für bezahlbaren Dauerwohnraum das Aus bedeuten. Da müssen wir schauen, dass zumindest für das Gelände, auf dem List Dauerwohnraum schaffen will, ein Weg gefunden wird. Selbst die hohe Politik in Berlin kümmert sich jetzt um diese Thema.

Wenn Sie eine mutige Prognose wagen müssten - wann passiert auf dem MVS-Gelände denn wirklich etwas?
Wir sind jetzt ja erst wieder richtig in die Verhandlungen eingestiegen. Jetzt sind wir auf einem guten Weg und die Eigentümer zeigen guten Willen, sie sind bereit, uns einen neuen Standort für ein Feuerwehrgerätehaus zu übereignen.

Ich denke allerdings, dass das kommende Jahr noch ein Jahr der Gespräche sein wird, genau wie 2017. 2018 könnte dann etwas passieren - immer vorausgesetzt, wir einigen uns mit dem Bund.

Gibt es etwas, das sie bereuen, wenn Sie aufs Jahr 2015 zurückblicken?

(Überlegt) Nööö, wir sind ja nicht fusioniert. (lacht).

Stand es kurz davor, und wir haben es nicht mitbekommen?
Na ja, ganz ehrlich: Es gab so eine Art schleichende Fusion. Unser Kurdirektor wurde dem ISTS zugeordnet, die Verwaltung läuft ohnehin über Westerland... Aber den Kurdirektor holen wir uns wieder zurück.

Also, Fusion ist für List kein Thema.

 



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erstellt am 29.Dez.2015 | 17:30 Uhr

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