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Geplantes Edel-Bordell auf Sylt : Rockergerüchte um Bordell-Betreiber

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Hat Jürgen Rudloff Verbindungen zu „Hells Angels“? Alice Schwarzer unterstützt Sylts Bürgermeisterin im Kampf gegen den geplanten Puff in Westerland.

Westerland | Rocker-Gerüchte beunruhigen die Insel: In ihrer Ausgabe von Sonnabend schreibt die Bild-Zeitung, dass der Bordell-Betreiber Jürgen Rudloff Verbindungen zu den „Hells Angels“ hat. Rudloff, der mehrere Rotlicht-Etablissements in Deutschland betreibt, plant Ende dieses Jahres die Eröffnung eines Edel-Bordells in der Westerländer Strandstraße.

Petra Reiber, Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt, wäre nicht überrascht, sollte an der Geschichte um Rudloffs Rocker-Verbindungen etwas dran sein: „Das Gerücht kenne ich schon länger. Deshalb habe ich ja auch mehrfach davor gewarnt, dass mit diesem sogenannten Gentlemen’s Club Kriminalität auf der Insel Einzug halten könnte.“ Laut Bild-Zeitung bestätigt Rudloff, einzelne „Hells-Angels“-Mitglieder zu kennen, mit denen er allerdings nie Geschäfte machen würde. Für eine Stellungnahme gegenüber der Sylter Rundschau war der Stuttgarter bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. In einem früheren Gespräch betonte er, er habe mit den „Hells Angels“ nichts zu tun.

Mitarbeiter seines Unternehmens hätten die Inselverwaltung um ein Gespräch Ende dieses Monats gebeten, so Reiber: „Die wollen offenbar gut mit uns zusammen arbeiten. Ich werde mich mit ihnen treffen, aber ganz deutlich sagen, dass sie auf dieser Insel nicht willkommen sind.“

Reiber hatte sich mehrfach öffentlich gegen das Bordell ausgesprochen. Ob die Verwaltung allerdings eine Handhabe gegen das Etablissement hat, ist fraglich: Die Umbauten im Keller des Appartement-Hauses Strandburg sind genehmigt. Beistand erhält die Bürgermeisterin nun von prominenter feministischer Seite: „Alice Schwarzer hat mir ihre Unterstützung zugesagt, sie und das Team der Emma würden mir mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

Schwarzer hatte Rudloff unter anderem 2012 in der ARD-Talkshow von Günther Jauch zum Thema Prostitution scharf angegriffen, ihn als letztes Glied einer langen Reihe von Verbrechern bezeichnet. Die bekannteste Feministin Deutschlands ist eine scharfe Kritikerin des 2002 beschlossenen Gesetztes, nach dem Prostitution in Deutschland nicht mehr verboten ist. Dass dadurch Etablissements wie die von Jürgen Rudloff kaum zu kontrollieren sind, ärgert auch Reiber.

In Bordellen wie sie Rudloff betreibt, zahlen die Frauen für die von ihnen genutzten Zimmer eine festgesetzte Art Miete, beziehungsweise Eintritt, an den Betreiber. Im Gegensatz zum klassischen (und verbotenen) Zuhälter-System, bei dem die Prostituierten einen Anteil ihrer Einnahmen abgeben müssen, bringt dies aus Rudloffs Sicht Vorteile für die Frauen: Sie könnten so selbstständig arbeiten und entscheiden, mit wem sie ins Bett gehen wollen. In der von Alice Schwarzer herausgegebenen Zeitschrift Emma dagegen werden diese „Herren mit Schlips und weißem Kragen“ scharf kritisiert, unter anderem, weil sie von den Frauen abkassieren würden, egal wie viel sie verdienten.

Im Gegensatz zu Schwarzer sei sie nicht grundsätzlich gegen Prostitution, betont Reiber. Doch das eine, schon vorhandene Bordell auf der Insel würde ihrer Meinung nach vollkommen ausreichen.

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erstellt am 13.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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