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Geburtshilfe auf Sylt : Ringen um Vertrag für die Hebammen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Wählergemeinschaft Zukunft.Sylt erhebt schwere Vorwürfe gegen Sylts Bürgermeisterin Petra Reiber.

von
erstellt am 01.Nov.2013 | 00:36 Uhr

Sylt | Das Thema Geburtenstation in der Asklepios Nordseeklinik bewegt die Insel weiterhin. Nachdem sich die drei Insel-Hebammen und die Geschäftsführung der Klinik vor zwei Wochen auf ein neues Konzept zum Fortbestand der Geburtenstation geeinigt hatten, wird jetzt noch über Vertragsinhalte verhandelt: „Die Differenzen sind aber überwindbar“, sagte Geschäftsführer Florian Nachtwey gegenüber der Sylter Rundschau. Zudem könne die momentan einzige Hebamme der Klinik, Cornelia Bäcker, ab spätestens kommenden Montag auch von den beiden anderen Insel-Hebammen vertreten werden: „Ich freue mich, wenn ich jetzt entlastet werden kann“, sagte Bäcker dazu.

In dieser Hinsicht scheint sich der Konflikt also aufzulösen. Die politischen Gemüter kochten gestern in Sachen Geburtenstation trotzdem hoch: Die Wählergemeinschaft Insel-Liste Zukunft.Sylt veröffentlichte eine Pressemitteilung, in der sie unter anderem kritisierte, dass der Vertragsentwurf der Asklepios Nordseeklinik erst vor wenigen Tagen an die freien Hebammen weiter geleitet worden sei und nicht annehmbar ist. Außerdem habe Bürgermeisterin Petra Reiber im Sozialausschuss zugesagt, die Hebammen bei den Verhandlungen zu unterstützen und würde dies nun mit Hinweis auf ihre Neutralität nicht tun. Auf Facebook schreibt die Wählergemeinschaft außerdem: „Uns erreichte gerade aus dem Asklepios-Umfeld, der leider etwas schwer zu überprüfende Hinweis zum Verhalten von Frau Reiber: Zu der Haltung von Frau Reiber muss man wissen, dass sie bestens mit Herrn Dr. gr. Broermann (Alleingesellschafter von Asklepios, Anm. d. Red.) befreundet ist. Hat jemand vielleicht weitere Informationen diesbezüglich?“

Auf diese Art der politischen Arbeit reagiert die Verwaltungschefin gereizt: „Wenn wir anfangen, bei Facebook Politik zu machen, endet das im Chaos.“ Sie dürfe die Hebammen nicht juristisch beraten, da sie nicht als Anwältin zugelassen sei: „Ich würde mich dann strafbar machen.“ Zudem sei sie als Bürgermeisterin dafür zuständig, den politischen Willen umzusetzen – und das Ziel, dass es zu einer Einigung zwischen Klinik und Hebammen käme, sei erreicht: „Für die einzelnen Klauseln im Vertrag sind wir als Gemeinde nicht zuständig.“

Dass sich Zukunft Sylt „vor den Karren Einzelner“ spannen lasse, zeuge von politischer Naivität, kritisiert Reiber weiter: „Als politischer Mandatsträger ist man dem Allgemeinwohl verpflichtet. Die Mitglieder der Initiative haben selbst gesagt, dass sie politisch noch viel lernen müssten. Das sollten sie jetzt auch tun.“

Lars Schmidt, Mitbegründer der noch jungen Wählergemeinschaft, sieht dagegen kein Problem darin, Gerüchte auf Facebook und per Pressemitteilung zu veröffentlichen: „Die Menschen reden doch ohnehin darüber. Wir stehen für Transparenz, also stellen wir die Dinge, über die sonst nicht öffentlich gesprochen wird, zur Diskussion.“ Das sehe er nicht als negativen Politikstil: „Wir wollen den Druck erhöhen – sonst passiert ja nichts.“

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