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Seltene Beobachtung : Riesenhai am Sylter Außenriff gesichtet

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mit einer Körperlänge bis zu zehn Metern ist der Cetorhinus maximus der zweitgrößte Fisch der Erde.

Westerland | Seltene Beobachtungen sind diesen Monat im Rahmen des deutschen Meeresmonitorings in der Nordsee gelungen: Nahe des Schutzgebiets Sylter Außenriff wurde ein Riesenhai gesichtet, im deutschen Natura-2000-Schutzgebiet Doggerbank – 130 Kilometer vor der Westküste – wurden zwei Zwergwale beobachtet. „Die vermehrten Sichtungen unterstreichen die Bedeutung der Natura-2000-Schutzgebiete in der deutschen Nordsee und auch international“, sagte Professorin Beate Jessel, die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).

In den vergangenen Monaten wurden immer wieder seltene Besucher in der Nord- und Ostsee gesichtet. Zwei Delphine waren in der Kieler und Flensburger Förde zu Gast. Auf Sylt wurde ein Orca angeschwemmt. Ebenfalls auf Sylt strandete ein Conger-Aal.

Im Auftrag des BfN erheben Wissenschaftler des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste (FTZ) der Universität Kiel regelmäßig die Seevogelvorkommen und das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover die Schweinswal-Vorkommen in der deutschen Nord- und Ostsee. Anfang Juni war das Forschungszentrum Westküste zur Erfassung der Seevogelvorkommen während der Brutzeit im äußersten Nordwesten der deutschen Nordsee, dem so genannten Entenschnabel, unterwegs. Hier wurden bereits in den vergangenen Jahren immer wieder vereinzelt Zwergwale gesichtet.

Bei der Flugerfassung am 6. Juni haben die Wissenschaftler dort erneut zwei Zwergwale beobachtet. Bei einer weiteren Erfassung am 11. Juni wurde dann nordwestlich des Sylter Außenriffs ein Riesenhai gesichtet. Bereits im Februar war der eindrucksvolle Fisch bei einem Monitoring-Flug gesichtet worden, zum damaligen Zeitpunkt direkt im Schutzgebiet Doggerbank wie jetzt auch aktuell die beiden Zwergwale. Beide Arten sind zwar in der Nordsee beheimatet, halten sich aber küstenfern auf und werden daher nur sehr selten beobachtet.

Für den Naturschutz besonders wertvolle Bereiche der Doggerbank sind als deutsches Natura-2000-Schutzgebiet ausgewiesen und sollen die marine Lebensvielfalt auf dieser einzigartigen, rund 18.000 Quadratkilometer großen Sandbank sichern. Auch das Sylter Außenriff und der Borkum-Riffgrund wurden als Natura-2000-Schutzgebiete ausgewiesen. Die Schutzgebiete haben unter anderem eine besondere Bedeutung als Lebensraum für verschiedene Fischarten – vor allem die Doggerbank gilt als sehr plankton- und fischreich.

Dieser Nahrungsreichtum scheint ein Anziehungspunkt für viele Meeresbewohner zu sein, nicht nur für Zwergwale oder Riesenhaie. Beim Seevogelmonitoring konnten im Winter zur gleichen Zeit wie der Riesenhai viele Trottellummen, Tordalken und sogar Papagei- und Krabbentaucher gesichtet werden. Jetzt im Juni haben dort sehr viele Basstölpel und Dreizehenmöwen Nahrung gesucht. Diese Arten befinden sich gerade in der Brutzeit und scheuen anscheinend nicht den weiten Weg von den Brutkolonien Großbritanniens oder Helgolands bis zur Doggerbank, um dort Nahrung zu finden.

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erstellt am 24.Jun.2016 | 05:55 Uhr

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