Neue Wohnungen auf Sylt : Richtfest am Hermannshain

Alleinstehende als auch Familien sollen hier ein neues Zuhause bekommen.  Fotos: Sylt Connected
Alleinstehende als auch Familien sollen hier ein neues Zuhause bekommen. Fotos: Sylt Connected

Im Juni 2019 die ersten Bewohner einziehen können / Es gibt bereits mehr Interessenten als Wohnungen

shz.de von
17. August 2018, 17:11 Uhr

„Gott schütze dieses neue Haus und alle, die da gehen ein und aus. Er halte fern vor dieser Tür das Finanzamt und den Gerichtsvollzieher.“ Mit diesen Worten und dem traditionellen Schnaps segneten die Zimmermänner Martin Kjer und Thomas Ingwersen beim Richtfest am vergangenen Donnerstag die neu errichteten Gebäude am Hermannshain in List. Dort, wo derzeit noch drei Rohbauten stehen, sollen im Juni 2019 die ersten Bewohner in die jeweils vier Etagen einziehen können. Im ersten Block werden dies ausschließlich Mitarbeiter der unweit entstehenden Wellness-Klinik sein: „Das Gebäude ist bereits auf viele Jahre im Voraus an den Lanserhof verpachtet“, berichtete Bürgermeister Ronald Benck.

Lists Bürgermeister Ronald Benck mit den Zimmermännern Martin Kjer und Thomas Ingwersen.
Lists Bürgermeister Ronald Benck mit den Zimmermännern Martin Kjer und Thomas Ingwersen.

In den anderen beiden Häusern entstehen insgesamt 24 teils frei finanzierte, teils sozial geförderte Wohnungen, die mit einem bis dreieinhalb Zimmern sowohl Alleinstehenden als auch Familien ein neues Zuhause bieten sollen: „Unser Ziel war es, sozialverträglichen Wohnraum zu schaffen und den Lister Wohnungsmarkt zu entlasten. Mit den vorgesehenen Mieten zwischen 5,80 Euro und 12 Euro je Quadratmeter denke ich, sind wir auf dem richtigen Weg.“ Interessenten haben schon seit einer Weile die Möglichkeit, sich im Bürgerbüro in eine Liste eintragen zu lassen: „Die Nachfrage ist immens“, so Benck. „Schon jetzt haben wir mehr Interessenten als Wohnungen.“ Bei der Auswahl wird am Ende nicht allein das Los entscheiden: „Wer sich ehrenamtlich in den Ort einbringt, hat deutlich bessere Chancen auf eine neue Wohnung.“ Bis es soweit ist, werden aber noch rund zehn Monate ins Land gehen: „Dank unserer Bauleiterin Ute Brix verläuft das Bauvorhaben nicht nur nach Zeitplan, wir haben sogar noch einen kleinen Puffer für besondere Vorkommnisse, so dass der Bau rechtzeitig fertiggestellt sein sollte“, erklärte der Bürgermeister in seiner Ansprache. Dass die Planungen durchaus holpriger verliefen als der Bau selbst, war seiner Rede ebenfalls zu entnehmen: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man schöne Häuser bauen.“
Die Idee zu dem Wohnungsbau auf dem ehemaligen Kleinkaliber-Schießstand der Bundeswehr wurde schon vor rund acht Jahren von Bencks Vorgänger Wolfgang Strenger entwickelt: „Die Lister Sportfreunde wollten dort ihr Sportlerheim errichten“, erinnert sich der ehemalige Lister Bürgermeister. „Auf meinen Vorschlag hin sind sie aber neben die nahegelegene Turnhalle gezogen, und so wurde der Platz frei für den Wohnungsbau.“ Die Kosten sollten damals durch die Investitionsbank gefördert werden, „weil das Grundstück aber bereits der Gemeinde gehörte, wäre die Fördermaßnahme wahrscheinlich nicht mit dem Beihilferecht der EU vereinbar gewesen. Genau wusste man es nicht – es hatte diesen Fall bis dato noch nie gegeben.“ Die Investitionsbank schlug damals vor, einen Präzedenzfall zu schaffen, „aber wir wollten den Bau von Wohnraum nicht durch jahrelange Prozesse lähmen.“ So hat die Gemeinde die Finanzierung der rund achteinhalb Millionen Euro teuren Baumaßnahme mit Hilfe der Bürgschaftsbank und der Arbeitsgemeinschaft für zeitgerechtes Wohnen selbst in die Hand genommen – und erntete beim Richtfest dafür die verdiente Anerkennung. Beispielsweise von Sven Paulsen, der mit dem Lister Markt selbst erst vor einem Jahr ein großes Bauvorhaben abgeschlossen hat: „Respekt, ich hätte gar nicht gedacht, dass das so groß wird.“
 

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