Wasserrettung auf Sylt : Rettungscorps steht weiterhin bereit

Das Freiwillige Rettungscorps ist nicht mehr nur auf dem Wasser, sondern künftig auch an Land im Einsatz.
Das Freiwillige Rettungscorps ist nicht mehr nur auf dem Wasser, sondern künftig auch an Land im Einsatz.

Wasserrettung auf Sylt: Freiwilliges Rettungscorps und Westerländer Feuerwehr sind enttäuscht von Entscheidung für die DRK-Wasserwacht

shz.de von
09. Januar 2015, 05:48 Uhr

Bald zwei Jahre lang schwelte eine Kontroverse zwischen dem Freiwilligen Rettungscorps Westerland und der Freiwilligen Feuerwehr Westerland um die Zuständigkeit für die Wasserrettung. Nun nahm der Disput jedoch eine überraschende Wende: dass vor kurzem das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Westerland ankündigte, die Wasserrettung zu übernehmen (wir berichteten), sorgte im Rahmen der Hauptversammlung des Freiwilligen Rettungscorps für allgemeine Verwunderung.

„Tatsächlich haben wir von diesem Vorgang erst aus der Presse erfahren. Es wäre angenehmer gewesen, wenn uns das DRK direkt informiert hätte“, resümierte der Corpsvorsitzende Uwe Schambortski. Gleichwohl wolle man die weitere Entwicklung erst einmal abwarten: „Noch ist ja nichts verlässlich entschieden, denn das DRK hat für diese Aufgabe bisher gar keinen offiziellen Auftrag von der Gemeinde.“


Herbe Niederlage für Westerländer Feuerwehr
 

Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Westerland ist man von den jüngsten Entwicklungen nicht begeistert. „Ganz ehrlich: Ich betrachte dies als eine herbe Niederlage für uns“, erklärte Wehrführer Jörg Elias auf Anfrage. „Wir hätten die Wasserrettung gerne weiterhin übernommen, aber seitens der Gemeinde ist dies offenkundig nicht erwünscht, wie der Sperrvermerk im Haushalt für die Mittel zeigt, die wir zum Erwerb des notwendigen Materials benötigen.“ Wenn nun das DRK diese Aufgabe übernehmen wolle, „ist es zumindest der Sache dienlich, eine Wasserrettung vorzuhalten“.

Anders bewertet hingegen DRK-Geschäftsführer Karl-Heinz Kroll die Vorgänge: „Um es klar zu stellen: Wir sind nicht etwa vor geprescht, sondern haben dem Wunsch von Gemeinde, Kreis und Rettungsleitstelle entsprochen, die auf uns in dieser Thematik zugekommen sind.“ Weil die Feuerwehr diese Aufgabe nicht mehr länger übernehmen solle und das Rettungscorps den BOS-Status (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) nicht erhalten werde, würde es ohne das Engagement des DRK überhaupt keine offizielle Wasserrettung für Sylt geben, unterstreicht Kroll. Eine offizielle Genehmigung seitens der Gemeinde sei dafür nicht notwendig, sagt der DRK-Geschäftsführer und widerspricht damit Uwe Schambortski: „Die Wasserrettung gehört zu unseren satzungsgemäßen Aufgaben.“

Und wie gestaltet sich die Zukunft des Freiwilligen Rettungscorps? Die Ehrenamtler wollen ihren Kurs fortsetzen und „stehen verlässlich bereit, wenn etwa Suchaktionen nach vermissten Schwimmern aller Kräfte bedürfen. Wir haben die erforderliche Ausbildung und Ausrüstung“, unterstreicht Schambortski. Darüber hinaus wollen die Mitglieder künftig auch an Land anpacken – was sie bereits beim Bau eines Schutzwalls an der Keitumer Bucht während des Orkans „Xaver“ erfolgreich unter Beweis stellten. „Einsätze im Bereich des Katastrophenschutzes werden auch künftig eine wichtige Säule unserer Aufgaben sein“, so der Vorsitzende des Corps.

Ehrenamtler ziehen Bilanz

Zehn Alarmierungen bilanzierte das Freiwillige Rettungscorps Westerland, das derzeit 18 Aktive zählt,  anlässlich seiner Hauptversammlung für das vergangene Jahr. Mit Beifall bedachte die Versammlung drei Kameraden: Der vormals langjährige Vorsitzende Peter Petersen, der ehemalige Schriftführer und Kassenwart Günter Schmitz sowie Niki Brüggen wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Schmitz wurde außerdem für seine 25-jährige Mitgliedschaft geehrt.  Als neue Mitglieder verpflichtet wurden Leif-Henning Bennewitz, Thies Lunk, Michael Magulski und Sam Tarnero. Neuer Gerätewart ist Michael Magulski, während der Vorsitzende Uwe Schambortski und der Kassenwart Jan-Hinrich Frauz in ihren Ämtern bestätigt wurden. Mit dem traditionellen Pannfisch-Essen nahm die Versammlung, der als treuer Gast Ex-Bürgervorsteherin Gerda Wimmer beiwohnte, ihren gemütlichen Ausklang. fd
 

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