DRK-Rettungshundestaffel : Rettungsaktion im nächtlichen Südwäldchen

Mit sechs Einsatzfahrzeugen fuhr die Rettungshundestaffel zum Suchgebiet Südwäldchen.
Mit sechs Einsatzfahrzeugen fuhr die Rettungshundestaffel zum Suchgebiet Südwäldchen.

Bei einer Nachtübung der DRK-Rettungshundestaffel waren alle Team sehr gefordert.

shz.de von
30. August 2018, 15:07 Uhr

Die Nachtübung war lange vorbereitet, doch das echte Leben spielte dann auch noch ein wenig mit: Die Hundeführer der DRK-Rettungshundestaffel sind Mitglieder der DRK-Bereitschaft und hatten in der Nacht vor der großen Übung erstmal einen Realfall abzuarbeiten. Während eines Brandeinsatzes kümmerten sie sich um 60 vorübergehend „obdachlose“ Sylter Feriengäste – das Einsatzende war erst um circa 8.30 Uhr.

Und nun folgte also die zweite schlaflose Nacht: Am Sonntag um 1.30 Uhr trafen sich die Mitglieder der Staffel an der Rettungwache. Ina Schulz hielt das Briefing, also die Kurzanweisung bezüglich der Teams und Aufteilung der Fahrzeuge. Um 2.15 Uhr rückten sechs Einsatzfahrzeuge in das Suchgebiet Südwäldchen ab, wo in verschiedenen Teams nach den Versteckpersonen gesucht werden musste. Im dunklen Wald, der allen plötzlich viel größer als am Tage vorkam, wurden drei Mitglieder der DRK-Bereitschaft (Morlin Clausen, Bente Christiansen, Michaela Simonsen), sowie zwei „Außenstehende“, Kai Blenckner und Jan Metzendorf versteckt, und zwar mehrfach.

Trotz tiefster Finsternis hat Hündin Zoe den Vermissten gefunden.
Dethloff
Trotz tiefster Finsternis hat Hündin Zoe den Vermissten gefunden.

Sie mimten Betrunkene, Verwirrte, Verletzte und Kinder – und forderten den Hundeführern somit „das volle Programm“ ab. Da das Suchgebiet extrem dunkel und voller kleiner Hindernisse auf den Wegen war, wurde ein Code-Wort abgesprochen, um im Ernstfall den Helfern klar zu machen, dass gerade nicht geschauspielert wird. Im Einsatz waren insgesamt zehn Mantrailer- und Flächensuchhunde, eingeteilt in drei Teams. Beim Mantrailing bekommt der angeleinte Hund eine Geruchsprobe der gesuchten Person und sucht dann spezifisch nach diesem Geruch. Flächensuchhunde nehmen die Fährte nach menschlichen Gerüchen auf, finden sie jemanden, der hockt, sitzt oder liegt, zeigen sie dies durch lautes Bellen an.

Alle Teams waren in diesem „schwarzen Gelände“ sehr gefordert. „Es war wirklich zappenduster“, berichtet Sandra Brandt. „Diese Ausnahmesituation hat man auch unseren Hunden angemerkt. Meine Hündin Zoe arbeitete noch enger als sonst mit mir zusammen, hat aber dabei sehr souverän gesucht und gefunden.“

Beim Auffinden einer Person mussten die Einsatzkräfte die Erstversorgung vornehmen und teils per Funk Unterstützung anfordern oder gar einen Rettungswagen. Einer der „Patienten“ musste mit einer Trage aus dem Wald geholt werden, weil der RTW dort nicht fahren konnte. Götz Poetzsch, Mitbegründer der DRK-Rettungshundestaffel, hatte die Übung sorgfältig ausgearbeitet; leichtgemacht hat er es seinen zweibeinigen und vierbeinigen Kameraden nicht. „Die „vermissten Personen“ waren sehr gut versteckt. Es war anstrengend, hat aber total Spaß gemacht“,so lautete der allgemeine Tenor am oberen Ende der Leine. Um 5:30 Uhr waren alle Suchaktionen erfolgreich ausgeführt. Kurz vor dem Aufbruch zurück zur Rettungswache gab es übrigens noch Gelächter: Genau dann gingen nämlich die Laternen auf den Wegen rundum an.





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