„Rette mit, wer kann!”

Zahlreiche Schaulustige verfolgen die Übungen der Seenotretter in den Nordseewellen.
Zahlreiche Schaulustige verfolgen die Übungen der Seenotretter in den Nordseewellen.

Gemeinschaftsaktion der Sylter Seenotretter an der Westerländer Promenade.

shz.de von
10. Juli 2018, 06:00 Uhr

„Rausfahren, wenn andere reinkommen”, so lautet das Motto der Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Sie fahren raus auf’s Meer, wenn andere in Not geraten und riskieren jedes Mal ihr eigenes Leben, um fremdes Leben zu retten. Egal ob Fischkutter, Privatyacht, Ausflugsschiff oder Surfer – die Männer helfen dort, wo sie gebraucht werden. Die nördlichste Station der DGzRS befindet sich im Lister Hafen, wo der leistungsstarke Seenotkreuzer „Pidder Lüng” auf seinen Einsatz wartet. Ein kleineres Modell, die „Hans Heiner Kneten”, kann bei Bedarf von Hörnum aus starten.

Am Sonntag kreuzten beide gleichzeitig vor der Westerländer Promenade und zeigten dicht am Strand, was sie am besten können: im Spiel mit Wind und Wellen der Sieger bleiben. Während die beiden Schiffe der DGzRS Wendemanöver auf dem Wasser zeigten und demonstrieren, wie die kleine „Hans Heiner Kneten” die große „Pidder Lüng” ins Schlepptau nimmt, waren ihre Kollegen vom Freiwilligen Rettungscorps Westerland an Land fleißig. Die ehrenamtlich tätigen Herren in den dunkelblauen Blazern beantworteten auf der Promenade sämtliche Fragen der Zuschauer, erklärten, was auf dem Wasser zu sehen war und sammelten Spendengelder für ihre Partnergesellschaft.

„Unser Freiwilliges Rettungscorps Westerland besteht derzeit aus 25 Mitgliedern und versteht sich als Eingreif-Reserve im Katastrophenfall”, berichtet Peter Petersen „Wir sind nach wie vor sehr gut ausgerüstet und stehen dem Roten Kreuz oder der DGzRS im Bedarfsfall jederzeit helfend zur Seite”. Die über hundert Jahre alte „Hosenboje” aus dem Vereins-Archiv zeigte währenddessen, wie beschwerlich die Rettungsaktionen früher einmal waren. „Damals konnte man nur vom Land aus retten und musste dazu eine Kanone mit einem dicken Seil auf das havarierte Schiff schießen. Mit Seilen und der Hosenboje konnten dann die Schiffbrüchigen einzeln an Lang gezogen werden”, erklären die Vereinsmitglieder, die froh sind, dass diese Techniken der Vergangenheit angehören.

Um stets auf dem neuesten Stand der Technik zu sein und die Rettungsaktionen weiterhin finanzieren zu können, sammeln die Männer zwei Mal im Jahr für die DGzRS. „Rund 900 Euro bekommen wir an diesen beiden Tagen zusammen, die der DGzRS zu Gute kommen”, so Petersen. Und die haben sich mit über 2000 Einsätzen an deutschen Küsten im Jahr jeden Cent verdient …


Spendenkonto der Seenotretter: Sparkasse Bremen, IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16, BIC: SBREDE22

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