zur Navigation springen

Bürgermeister-Kandidat : Reibers erster Konkurrent um den Chefsessel

vom

Da waren es schon zwei: Nach Amtsinhaberin Petra Reiber hat jetzt auch Joachim Schweitzer seine Kandidatur für den Bürgermeisterposten der neuen Großkommune erklärt. Seine Visitenkarte: Ex-Bürgermeister von List und Führungskraft in Reibers derzeitiger Stadtverwaltung.

Westerland | Mit der politischen Diskussion darüber, wer nach der Fusion als Beauftragter die Geschäfte der neuen Großkommune führen soll, wurde vor zehn Tagen in der Stadtvertretung quasi der Wahlkampf um den Bürgermeisterposten eröffnet. Die CDU-Fraktion sprach sich geschlossen gegen Amtsinhaberin Petra Reiber aus, da ihr das Amt der Beauftragten in der dreimonatigen Übergangszeit bis zur Wahl von Kommunalparlament und Bürgermeister einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern verschaffen würde.
Logische Schlussfolgerung: Die seit 17 Jahren amtierende, parteilose Petra Reiber wird auf jeden Fall mit einem CDU-Gegenkandidaten rechnen dürfen. Zwar haben sich die Westerländer Christdemokraten noch nicht entscheiden, wen sie unterstützen werden, ein potenzieller CDU-Kandidat hat jetzt jedoch seine Kandidaturabsichten bestätigt.
Schweitzer: "Ja, ich traue es mir zu"

Auf Nachfrage erklärte Joachim Schweitzer gestern: "Ja, ich würde gerne Bürgermeister werden und traue mir die Aufgabe absolut zu." Derzeit ist der 49-jährige Diplom-Verwaltungswirt kaufmännischer Leiter des stadteigenen Kommunalen Liegenschaftsmanagements (KLM) sowie Chef der Westerländer Bauverwaltung - Reiber also seine Vorgesetzte.

Von 2003 bis Ende 2005 war Schweitzer zudem ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde List, deren aktuellen Aufschwung (Hafen-Umgestaltung, Amtsanschluss, Erlebniszentrum etc.) er maßgeblich mit in die Wege geleitet hat. "Meine Stärken liegen sicher in der Organisation und der Schaffung neuer Strukturen", sagt Schweitzer, der wie Reiber ein erklärter Fusionsbefürworter ist ("ich würde List empfehlen, sich der Fusion zum 1. Januar anzuschließen") - und, was viele nicht wissen, einer der Mit-Initiatoren der Initiative "Bürger für Sylt als Einheit".
Reizvoll, Dinge nach vorn zu bringen

Eine der Hauptaufgaben des künftigen Verwaltungschefs sieht er darin, gemeinsam mit den Gremien eine Entwicklungsplanung für die einzelnen Ortsteile zu erarbeiten, um so auch die Ängste vor einer Fremdbestimmung durch ein neues großes Parlament zu nehmen. "Für mich ist es immer reizvoll, wenn ich Dinge nach vorne bringen kann, so wie in den drei Jahren in List."

Ob er mit der Unterstützung der CDU rechnen kann, weiß auch Schweitzer noch nicht, würde aber wohl auch ohne diese Hilfestellung antreten. Seine Karten scheinen jedoch nicht schlecht zu stehen, da vieles darauf hindeutet, dass der seit Jahren als potenzieller Reiber-Herausforderer geltende CDU-Stadtrat Carsten Kerkamm wie schon vor fünf Jahren von einer Kandidatur absehen wird. Mit weiteren Kandidaten - ob aus dem Sylter-Osten oder von auswärts - dürfte jedoch zu rechnen sein.

zur Startseite

von
erstellt am 22.Aug.2008 | 06:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen