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Offerte : Reiber-Vorschlag: KLM könnte Museen übernehmen

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Altfriesisches Haus und Heimatmuseum könnten vom städtischen Eigenbetrieb KLM übernommen werden. Der Heimatverein Sölring Foriining lehnt das „Übernahmeangebot“ jedoch dankend ab.

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erstellt am 30.Okt.2008 | 07:11 Uhr

Westerland | Mit einem überraschenden Vorschlag wartete Bürgermeisterin Petra Reiber bei den Beratungen über den KLM-Wirtschaftsplan im Wohnungsbauausschuss auf. Bei der Diskussion darüber, welche Sylt-Oster Liegenschaften im Zuge der Fusion in das Anlagevermögen von KLM übernommen werden, plädierte sie dafür, auch der Sölring Foriining anzubieten, die beiden Gebäude des Heimatmuseums und des Altfriesischen Hauses zu übernehmen.
Ins Dach geregnet

"Ich habe den Eindruck, dass der Heimatverein dringend Unterstützung braucht, um die historischen Objekte zu unterhalten", erklärte Reiber. Sie verweist darauf, dass der Verein bei den Inselgemeinden einen Zuschuss von 6 000 Euro beantragt habe, weil es ins Dach hineinregnet und die Sölring Foriining keine Rücklagen für die Instandhaltung der beiden Museen gebildet habe.

Kritik für ihren Vorstoß erntete die Bürgermeisterin von Eberhard Eberle (SPD). Es sei ein Unding, mit einem solchen Vorschlag in einer öffentlichen Sitzung zu kommen. Eberle: "So etwas bespricht man zuerst vertraulich mit der Sölring Foriining."
"Ursprung des Vereines"

Trotz des völlig unerwarteten Vorstoßes reagierte der Heimatverein ganz souverän: "Wir finden es sehr positiv, dass sich die Gemeinden mit uns Gedanken machen, wie die Kulturarbeit auf Sylt effektiv fortgesetzt werden kann", erklärte die Vorsitzende Maike Ossenbrüggen. Und machte zugleich deutlich, dass man sich derzeit nicht vorstellen könne, die Liegenschaften am Keitumer Kliff, "den Ursprung des Vereines", abzugeben. Dennoch sei man "dankbar für Hilfeangebote jeglicher Art, auch und gerade durch die Stadt Westerland und KLM". Die Vorsitzende verweist darauf, dass sich ein Arbeitskreis mit den Liegenschaften und der historischen Bausubstanz beschäftigen werde, um den Sanierungsbedarf festzustellen, für dessen Behebung der Verein keine Rücklagen gebildet habe. Ossenbrüggen: "Das Betreiben von Museen ist auch auf Sylt nicht Kosten deckend zu bewerkstelligen, die Ausgaben übersteigen bei weitem die Einnahmen, trotz großen ehrenamtlichen Engagements." Darum habe man den Gemeinden Vorschläge für eine langfristige Finanzierung der Sylter Museumslandschaft unterbreitet.

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