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Serie "Zurückgeblättert" : Regen, Raub und eine lange Reise

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In unserer Serie geht es heute um Wolkenbrüche im Sommer 1985, die Gründung des Catamaran-Clubs und einen spektakulären Einbruch in Kampen.

Wie das Eiland wurde, was es ist: In unserer Serie „Zurückgeblättert!“ lässt Autor Frank Deppe anhand von gesichteten Zeitungsbänden des Sylter Archivs die jüngere Vergangenheit der Insel wieder lebendig werden.

Sylt im August 1985. Als der große Regen kam: Wolkenbruchartige Gewitter über der Inselmitte setzten Westerland, Wenningstedt und Kampen unter Wasser. Allein bei der Westerländer Feuerwehr liefen binnen kürzester Zeit 53 Hilferufe auf – vor allem zahlreiche Keller waren betroffen, aber auch Straßenzüge und Tiefgaragen standen unter Wasser. Selbst die Gullideckel hoben sich ob der Wassermassen aus den Angeln. „Auf die Warteliste kommen Alarmierungen, wenn der Pegel weniger als 20 Zentimeter hoch ist“, verfügte Westerlands Wehrführer Sven Alaf Söderberg, hatten seine Mannen doch allerorten alle Hände voll zu tun. Sogar vom Festland rückte Verstärkung an – über 250 Helfer waren auf Sylt im Dauereinsatz.

Mit einem kleinen Superlativ konnte das Dorf Braderup aufwarten: Auf dem Grundstück des Landwirts Detlef Detlefs wurde die größte Windkraftanlage Nordfriesland in Betrieb genommen. Während die zwölf Meter hohe Anlage den ersten Strom erzeugte, wurden 40 baugleiche Modelle vom saarländischen Hersteller in die USA exportiert.

Von Arizona zurück in die Heimat nach Rantum: Diese Reise unternahm nicht etwa ein Auswanderer, sondern ein Kirchenbild. Groß war die Freude im kleinen Rantumer Gotteshaus, als Pastor Friedhelm Bechmann ein Altarbild enthüllte, das einst in der alten, 1801 versandeten Rantumer Kirche hing. Geraume Zeit später war das Bild nach Amerika gelangt, bevor dort der Familienrat der Familien Brodersen und Wöffler beschloss, das Bild an die Kirchengemeinde zurück zu geben – per Luftfracht traf es wohlbehalten ein und sollte nun restauriert werden.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Sylter Kulturfreunde widerfuhr dem Maler Günther Petersen eine besondere Ehre: Er wurde zum ersten Ehrenmitglied des jungen Vereins ernannt. „Wer sich nicht wandelt im Leben, der hat nicht gelebt“, befand der Geehrte nicht nur mit Blick auf seine künstlerische Entwicklung. Sehr zufrieden äußerte sich im Rahmen der Versammlung der Vereinsvorsitzende Christian Hinrich über die Zahl von nunmehr 288 Mitgliedern.

Während die Sylter Kunstfreunde ihr Jubiläum feierten, wurde ein anderer Verein gerade erst aus der Taufe gehoben: Im Hause des Arztes Dr. Herbert Sieg in Keitum gründete eine Gruppe von Seglern den Sylter Catamaran-Club. Die Jugendarbeit sollte eines der Hauptziele darstellen, daher wolle man einen Schulungs-Catamaran finanzieren. Den Vorsitz des Verein übernahm Dr. Herbert Sieg, unterstützt von seinem Stellvertreter Günther König, Kassenwart Michael Degener, Schriftwartin Dagmar Prott, Gerätewart Willy Trautmann und Jugendwart Wolfgang Tittel.

Auch Regen und Gewitter konnten die Teilnehmer der Clubmeisterschaft des Marine Golf Clubs nicht schrecken. Drei Platzrunden hatten die Herren, zwei Runden die Damen so absolvieren, dann standen die Sieger fest: Das Ehepaar Beate und Hans-Joachim Frohböse verwies die Mitbewerber auf die Plätze.

Spektakulärer Einbruch in Kampen: Nachts zertrümmerten unbekannte Täter die Scheibe eines Juweliergeschäfts mit einem Vorschlaghammer – der Wert des geraubten Schmucks belief sich auf rund 500  000 Mark. Bereits zwei Jahre zuvor waren bei einem Überfall auf das selbe Geschäft Pretiosen im Wert von 200  000 Mark gestohlen wurden.

Tragischer Unfall zwischen Westerland und Rantum: „Die Insel hat den ersten Verkehrstoten dieses Jahres zu beklagen“, schrieb die Sylter Rundschau. Ein zwölfjähriger Junge war beim Überqueren der Landstraße in Höhe „Dikjen Deel“ von einem Lastwagen erfasst worden. Der junge Urlauber aus Stuttgart verstarb wenig später in der Nordseeklinik.


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