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Kolumne Strandgut : Rechenübungen à la Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der Kolumne Strandgut rechnet Friederike Reußner mit Meerschweinchen, Katja Ebstein und Ihrem Geduldsfaden.

von
erstellt am 01.Aug.2015 | 05:19 Uhr

Geisteswissenschaftler, die wir Lokaljournalisten in der Regel sind, empfinden bei Rechenübungen ja tendenziell Beklemmungsgefühle. Diese Woche allerdings konnten wir unser Mathetrauma mit dem Erstellen von drei irren – und irre aktuellen – Zahlenspielen therapieren. Aufgabe Nummer Eins: Laut Statistischem Bundesamt zahlen Eltern rund 120  000 Euro, um ein Kind bis zum 18. Lebensjahr groß zu ziehen. Die Hege und Pflege von 150 Meerschweinchen, die auf Sylt ihrer überforderten Halterin weggenommen worden sind, könnte die Gemeinde nun rund 56  000 Euro kosten – also das, was Eltern in ein Kind bis zum neunten Lebensjahr investieren.

Aufgabe: Rechnen Sie aus, wie viele bengalische Tiger auf Sylt sichergestellt werden müssten, bis die Insel pleite ist. Zusatzaufgabe: Was kostet Sie mehr Nerven – die Pflege eines Neunjährigen oder die von 150 Meerschweinchen?

Aufgabe Nummer Zwei: Seit Wochen leiden Insulaner und Gäste unter dem verlangsamten Internet auf der Insel. Wenn Sie davon ausgehen, dass Ihr Geduldsfaden 100 Millimeter stark ist und jede Minute in der Servicehotline Ihres Internetanbieters Sie 0,5 Millimeter kostet: Zu welchem Zeitpunkt sollten Sie um Ihrer geistigen Gesundheit willen endlich auflegen und Ihren Router schlicht ins Meer werfen?

Aufgabe Nummer Drei: Katja Ebstein singt am 12. August im Meerkabarett in Rantum. Die eine Hälfte der Redaktion erinnert sich sofort daran, wie sie als 13-Jährige beim Grand Prix 1970 vorm Fernseher mitgefiebert haben, als die Ebstein mit „Wunder gibt es immer wieder“ durchstartete. Die andere Hälfte der Redaktion brüllt bei der Erwähnung des Namens stumpf die Liedzeile der Band Deichkind: „Deine Mutter hat gesagt: Trag nicht so viel Dreck rein. Auf dem Foto in der Küche sieht sie aus wie Katja Ebstein.“ Wie Katja Ebstein wirklich aussieht, weiß diese Hälfte der Redaktion allerdings nicht genau. Wie viel Arbeitszeit schlägt die Redaktion anschließend dadurch tot, dass mit dem extrem langsam ladenden Internet Youtube-Videos wie „Dann heirat doch Dein Büro“ oder „Fünf Fakten über Meerschweinchen“ gesehen werden?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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