zur Navigation springen

Sylt : RDC: „Wir fädeln uns geschmeidig in den Bahnverkehr ein“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die blauen Autozüge des amerikanischen Bahnkonkurrenten sollen in der zweiten Juni-Hälfte den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Sylt | Kaputte Loks, Trainspotter auf dem Hindenburgdamm – jeder Tag liefert neue Hiobsbotschaften vom Bahnverkehr mit Sylt. Eines möchten die Verantwortlichen des Bahnkonkurrenten RDC nicht mehr – auf der Liste der Pleiten, Pech und Pannen stehen. Die Charmeoffensive der Amerikaner sieht vor, dass sich ihr Autozug in der zweiten Juni-Hälfte „sukzessive und geschmeidig in den fließenden Bahnverkehr einfädelt.“ Bis dahin hilft RDC auch gerne mit drei Loks aus, um der Nord-Ostsee-Bahn wieder auf die Beine zu helfen.

Der Start des Bahn-Konkurrenten fällt ausgerechnet in die Sommersaison - wenn besonders viele Reisende nach Sylt möchten.

Der Probebetrieb der blauen Autozüge dauere etwas länger als erwartet, sagt RDC-Pressesprecherin Meike Quentin. Zum einen, weil die RDC ihre Trassen an den Wochenenden dem Sylt-Shuttle der Bahn zur Verfügung gestellt hat. Zum anderen habe auch der Vandalismus-Vorfall vom vorigen Wochenende in Husum Zeit gekostet. Zeit, die die RDC-Mitarbeiter für „Komfortoptimierungen“ an den Klappen und Gummimatten der Flachwagen nutzen konnten.

Für einen „behutsamen und moderaten Betriebsstart“ werde RDC nicht gleich alle sechs möglichen Abfahrten pro Tag und Richtung anbieten, sondern noch Platz lassen für die Deutsche Bahn – vor allem an den Wochenenden. Die Kapazität des roten Sylt-Shuttles ist deutlich größer: Bis zu 160 Pkw passen auf den Doppelstockwagen der Deutschen Bahn, während RDC auf ihren blauen Flachwagen maximal 80 Pkw unterbringt.

Für den Antrieb ihres Autozuges hat RDC drei Lokomotiven vom Typ ME26 des Kieler Herstellers MaK gemietet. Loks, die sich als sogenannte „Marschbahn-Ramme“ auf den Gleisen der Westküste bewährt hätten, erläutert Meike Quentin.

Doch aus dem wichtigsten Argument für und wider den RDC-Autozug machen die Verantwortlichen immer noch ein Geheimnis – die Preisgestaltung wird erst kurz vor der ersten Abfahrt veröffentlicht. Einen Ticketverkauf oder eine Reservierung via Internet werde es zum Marktstart noch nicht geben. Stattdessen lautet das Motto „Smart Start“: Ein Mitarbeiter läuft an Spur 1 in Westerland und an Spur 9 und 10 in Niebüll von Auto zu Auto und verkauft Fahrkarten. Auch an den Transport von Lkw, Wohnmobilen, Wohnwagen und Motorrädern trauen sich die Amerikaner zunächst nicht heran.

Allerdings werde es Aktionspreise geben, verrät die Pressesprecherin. Wie beim Sylt-Shuttle soll es einen Insulaner-Tarif und Mehrfachtickets geben.

„Wir starten ungünstigerweise zur Hochsaison“, weiß Meike Quentin um die Situation in den Sommermonaten. Prozentual gesehen sei der RDC-Anteil am Bahnverkehr nach Sylt aber eher klein. Alle Details würden partnerschaftlich mit den anderen Bahnunternehmen geklärt. Die Beteiligten zögen an einem Strang – „zum Wohle der Insel, ihrer Bewohner und ihrer Besucher.“

zur Startseite

von
erstellt am 07.Jun.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen