zur Navigation springen
Sylter Rundschau

19. Oktober 2017 | 02:56 Uhr

Rausfahren, wenn andere reinkommen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Allein 2012 haben die Seenotretter 1 135 Menschen aus Seenot gerettet oder aus drohenden Gefahren auf See befreit

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Die Seenotretter sind rund um die Uhr und bei jedem Wetter einsatzbereit. Oft sind sie gerade dann auf Nord- und Ostsee unterwegs, wenn andere Schiffe Schutz im Hafen suchen – insgesamt mehr als 2 000 Mal Jahr für Jahr. Sie engagieren sich freiwillig und selbstlos.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist zuständig für den Such- und Rettungsdienst (SAR = Search and Rescue) im Seenotfall. Sie nimmt diese Aufgaben unabhängig, eigenverantwortlich und auf privater Basis wahr – finanziert nach wie vor ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen, ohne jegliche staatlich-öffentliche Mittel. Die DGzRS, deren Schirmherr der Bundespräsident ist, beansprucht zur Erfüllung ihrer Aufgaben keine Steuergelder.

Die allermeisten der rund 1 000 deutschen Seenotretter sind ehrenamtlich tätig. Innerhalb weniger Minuten besetzen sie das Rettungsboot im Hafen und fahren raus aufs Meer. Um andere Menschen zu retten, begeben sie sich oft auch selbst in Gefahr. Nur etwa 180 von ihnen auf den größeren, rund um die Uhr besetzten Einheiten sind bei der DGzRS fest angestellt.

Insgesamt unterhält die DGzRS zwischen der Insel Borkum im Westen und der Pommerschen Bucht im Osten 60 Rettungseinheiten auf 54 Stationen. Die Seenotleitung Bremen der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) koordiniert zentral alle SAR-Maßnahmen. Die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der DGzRS überwacht rund um die Uhr die internationalen Funknotruffrequenzen.

Seenotretter gibt es in Deutschland seit rund 150 Jahren. Anfangs waren jeweils acht oder zehn Ruderer in offenen Booten unterwegs, um Schiffbrüchige zu retten. Allein mit ihrer Muskelkraft stellten sie sich mutig der tosenden See entgegen. Heute fahren die Seenotretter mit 20 modernen Seenotkreuzern mit Tochterboot und 40 kleineren, ebenso seetüchtigen Seenotrettungsbooten hinaus.

Trotz aller technischen Weiterentwicklung: Im Mittelpunkt des Rettungswerkes steht nach wie vor der Mensch: die freiwillige Bereitschaft der Seenotretter zu ihren nicht selten gefahrvollen Einsätzen. Allein 2012 haben sie 1 135 Menschen aus Seenot gerettet oder aus drohenden Gefahren auf See befreit. Mehr als 80 000 Menschen verdanken ihnen seit Mitte des 19. Jahrhunderts schnelle Hilfe.

Der jeweils letzte Juli-Sonntag des Jahres ist „Tag der Seenotretter“. Dann haben Küstenbewohner, Urlauber und Tagesgäste die Gelegenheit, mit den Besatzungen der Rettungskreuzer und -boote ins Gespräch zu kommen und sich von ihrer Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft zu überzeugen. Die DGzRS nutzt den Tag dazu, um ihren Freunden und Förderern zu zeigen, wie sie die ihr anvertrauten Mittel bestmöglich verwendet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen