zur Navigation springen

Ausstellung auf Sylt : Raus aus dem Atelier und Nordseeluft schnuppern

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Verein Sylter Kunstfreunde präsentiert Skulpturen des Bildhauers Christoph Fischer auf dem Rathausplatz. Eine parallele Ausstellung zeigt Gemälden von Ulf Meyer alias Wachsmuth.

Von Mai bis Ende September 2017 werden erneut Skulpturen auf dem Rasen des Rathausvorplatzes zu sehen sein. Der Bildhauer Christoph Fischer aus Worpswede präsentiert dort vier große Arbeiten – Fische und Boote stehen dabei zentral. Raus aus dem Worpsweder Atelier und während des Sommers Nordseeluft schnuppern, könnte man meinen. Das Boot ist ein Thema, das immer wieder in den Arbeiten von Christoph Fischer auftaucht. „Das Boot war eines der ersten Fortbewegungsmittel der Menschheit“, erklärt Fischer. „Es fährt von einem Ufer zum anderen und damit vielleicht in von einer Lebenswelt in eine Neue. Es transportiert Güter ebenso wie Tiere und Menschen.“ Auch wenn Fischer schon lange mit diesen Bildern arbeitet, sind sie zurzeit so aktuell wie selten zuvor. Das Reisen und Unterwegssein ist aber auch ein Bild für das Leben an sich. Es bedeutet, dass sich etwas bewegen und verändern lässt.

Parallel findet vom 1. bis zum 27. Mai in der Stadtgalerie „Alte Post“ eine Gemeinschaftsausstellung von Christoph Fischer und seinem langjährigen Freund, dem Maler Ulf Meyer alias Wachsmuth aus Bremen, statt. Fischer ergänzt dabei seine Ausstellung auf dem Rathausvorplatz um kleinere Formate.

„Großes Schlachtenbild“ von Ulf Meyer, Wachstempera auf Nessel, 320 x 210 cm
„Großes Schlachtenbild“ von Ulf Meyer, Wachstempera auf Nessel, 320 x 210 cm Foto: meyer

Der Bildhauer Christoph Fischer zeigt in der Ausstellung einen Querschnitt aus seinen verschiedenen Werkgruppen. Schon seit seiner Studienzeit in Köln und in Bremen faszinierten ihn die vielfältigen Formen der Natur als Inspiration und Ausgangsbasis für eigenständige bildhauerische Interpretationen des Tiermotivs. Ab den 1990er Jahren entstanden Arbeiten, in denen das Tier als Symbol in unterschiedlichen räumlich-formalen Zusammenhänge gebracht wurde: mit Mauern oder Wänden und – bis heute werkbestimmend – mit Booten. Aus dieser bildlichen Symbolik entstand auch die Werkreihe „Tiefe“, in der die Unterwasserwelt (Fische) zur Oberwasserwelt (Boote) in einen spannungsreichen Bezug und damit sichtbar gemacht wird.

In jüngster Zeit sind in Fischers Atelier verschiedene „Wächter" zu sehen, die – aus einem biografischen Bezug hervorgetreten, wie auch das gesamte Werk – den Betrachter zu eigenen Bildern und Fantasien anregen möchte. Fischer versteht seine Arbeiten in der Tradition der figürlichen Bildhauerei. Von dieser Basis aus formt er mit den Werkstoffen Bronze, Keramik und Eisen seine Motive.

Ausgangspunkt der Arbeit von Ulf Meyer ist der Blick auf die äußere sichtbare Welt. Ihn interessiert die Wahrnehmung des Aktuellen, seine mögliche Durchdringung und künstlerische Transformation. Meyer sammelt zunächst Eindrücke vielfältigster Art: Landschaften, Menschen und das von Menschen gemachte Werk. Oft sind das Überbleibsel auf den Plätzen und Straßen der Städte. Vor Ort wird die Szenerie mit dem Zeichenstift oder Kamera festgehalten. Im Atelier wird dann sortiert und archiviert. Die so gesichteten Fundstücke bleiben noch Fragmente und Oberfläche, subjektive und objektive Momente der beobachteten Wirklichkeit. Der Versuch der Weiterbearbeitung mit klassischen druckgrafischen Mitteln wie Holzschnitt oder Lithographie oder moderner Computertechnik liefert notwendige Zwischenergebnisse. Hier verschafft Meyer der Widerstand des Materials die nötige Distanz und begünstigt die gewünschte Selektion und Konzentration. Erst nach der Vorarbeit wird Meyer zum Maler – Es entstehen Serien und Variationen.

Das Zustandekommen der Skulpturenausstellung ist nur möglich mit der finanziellen Unterstützung der Gemeinde Sylt. Der Dank gilt dem Kulturausschuss, der das Projekt einstimmig unterstützt. Die Vernissage findet am Montag, 1. Mai, um 11 Uhr statt. Die Begrüßung erfolgt durch Peter Schnittgard, den Gemeindevorsteher der Gemeinde Sylt. Die einleitenden Worte spricht Petra Nies, 1. Vorsitzende der Sylter Kunstfreunde. Die Ausstellung in den Räumen der Stadtgalerie „Alte Post“ in Westerland ist zu sehen vom 1. bis zum 27. Mai – von Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und am Sonnabend von 10 bis 13 Uhr.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Apr.2017 | 04:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen