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Neues Konzept : Rantumer Feuerwehr setzt auf Zweitmitgliedschaft

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Rantums Wehrführer Thomas Nissen möchte dem Mitgliederschwund entgegenwirken.

Fast alle Sylter Feuerwehren beklagen schwindende Mitgliederzahlen - und das kann in den kleineren Dörfern im Ernstfall zu Engpässen führen. Dieser Entwicklung will die Freiwillige Feuerwehr Rantum mit dem Modell der Zweitmitgliedschaft entgegen wirken: Feuerwehrleute anderer Sylter Ortswehren, die in Rantum arbeiten, verstärken dort tagsüber die Einsatzkräfte.

Drei auswärtige Feuerwehrmänner konnte die Rantumer Wehr für das Projekt gewinnen und ihre Personalstärke von 31 Aktiven damit um fast zehn Prozent steigern. Und das sei auch dringend vonnöten, erläutert Rantums Wehrführer Thomas Nissen: „Tagsüber halten sich nur sieben Aktive im Ort auf, die anderen arbeiten außerhalb.“

Im Beisein von Bürgermeister Nikolas Häckel und der Feuerschutzausschuss-Vorsitzenden Maria Andresen stellte Nissen das mit der Gemeinde abgestimmte Konzept vor: Die Zweitmitglieder werden bei Einsätzen größeren Ausmaßes eingebunden und dafür mit einer Schutzausrüstung ausgestattet, die sie entweder in einem Spind der Feuerwache einstellen oder aber im eigenen Auto verstauen können.

Thomas Nissen dankte in diesem Zusammenhang EVS-Geschäftsführer Georg Wember: Das Unternehmen hatte die Funktionstaschen finanziert, in denen die Schutzausrüstungen transportiert werden. Nissens weiterer Dank galt dem Entgegenkommen der Arbeitgeber der drei neuen Zweitmitgliedern und natürlich diesen selbst: Björn Hartwig ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hörnum und arbeitet in einem Rantumer Hotel; Josef Philipp gehört der Lister Wehr an und ist in Rantum als Tischler tätig, während Uwe Eihoff von der Kampener Wehr ebenfalls in einem Rantumer Hotel beschäftigt ist.

„Dass wir dadurch auch gleich zwei Atemschutzgeräteträger dazu gewonnen haben, freut uns umso mehr“, konstatierte Nissen. Ob die drei Zweitmitglieder auch an den Übungen der Rantumer Wehr teilnehmen, ist ihnen freigestellt. „Wir sind froh, sie zu haben, und werden versuchen, weitere Aspiranten zu gewinnen.“

Die Vorreiterrolle der Rantumer Wehr begrüßte auch Nikolas Häckel: „Es ist ein Leuchtturm-Projekt, das bei anderen Sylter Wehren Schule machen könnte.“ Für ihn sei es zugleich ein Beispiel gelebter Gemeinschaft und Kameradschaft. Georg Wember stellte auch künftig die Unterstützung der EVS, bei der selbst einige Feuerwehrleute beschäftigt sind, in Aussicht: „Sie bringen die Leute - wir die Funktionstaschen“, schmunzelte Wember.


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