Sylt : Rantum will Dauerwohnen einklagen

Häuser am Dünengrund: Die Gemeinde Rantum droht einigen Eigentümern mit Klage. Foto: Jesumann
Häuser am Dünengrund: Die Gemeinde Rantum droht einigen Eigentümern mit Klage. Foto: Jesumann

Unangenehme Überraschung in der Ortsbeiratssitzung Rantum (Sylt): Nach Angaben der Verwaltung wird der Gemeinde seit Jahren vertraglich zugesicherter Dauerwohnraum vorenthalten.

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27. Juli 2012, 12:59 Uhr

Rantum | Die Rede ist von elf Häusern am Dünengrund, von denen die Mehrzahl demnach nicht dauerhaft bewohnt wird. Nach Auffassung von Ortsbeirat und Verwaltung wäre dies ein klarer Verstoß gegen vertragliche Vereinbarungen. "Wenn man hier belogen und betrogen wird, dann müssen wir als gesamter Ortsbeirat auch rechtlich dagegen vorgehen", sagte Rantums Ortsbeiratsvorsitzender Frank Zahel (CDU).
Die betroffenen zehn Doppelhäuser und ein Einfamilienhaus am Dünengrund mit den geraden Hausnummern acht bis 30 waren bis 2009 teilweise von der Bauträgergesellschaft "Wohnen für Sylter" errichtet worden. Wie der Name der Gesellschaft nahe legt, war es ein erklärtes Ziel, Dauerwohnraum zu schaffen. Aus diesem Grund hätten sich die Käufer vertraglich dazu verpflichtet eine befristete Dienstbarkeit, die auch im Grundbuch festgehalten sei, zu gewährleisten, sagte Andrea Kleine-Homann von der insularen Bauleitplanung auf Nachfrage im Rantumer Ortsbeirat. Diese sogenannte "Dienstbarkeit" - ein Nutzungsrecht - sei auf 15 Jahre festgelegt und schreibe eine Nutzung als Dauerwohnraum vor.
"Ob es sich hier um Vertragsverstöße handelt ist noch völlig offen"
Während einer routinemäßigen Datenerhebung für das insularen Entwicklungskonzeptes zur Sicherung von Dauerwohnraum im Rahmen des Geografisches Informations- und Planungssystem Sylt (kurz: Grips) waren die vermeintlichen Vertragsverstöße zu Tage gefördert worden. "Rund zwei Drittel der Besitzer waren hier nicht im Erstwohnsitz angemeldet", sagte Andrea Kleine-Homann. Anwohnerin Anja Becker aus dem Dünengrund 14 kann dies bestätigen: "Den Anwohnern ist bekannt, dass hier vermietet wird."
"Ob es sich hier um Vertragsverstöße handelt ist noch völlig offen", mahnte der Leiter der Bauverwaltung Joachim Schweitzer. Erst müsse das Amt für Finanzen mit der Prüfung der Verträge beauftragt werden, das dann einen Bericht vorlegen werde.
Welche Konsequenzen könnte eine Klage gegen die Eigentümer am Dünengrund haben? Neben dem Ergebnis, dass die Eigentümer dann ihren Hauptwohnsitz ummelden könnten, erhofft sich Ortsbeiratsvorsitzender Frank Zahel von einer Klage ein inselweites Signal: "Wir müssen der Wohnungsnot Einhalt gebieten."

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