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Radverkehr auf Sylt : Westerland: Radfahren in Fußgängerzone zeitweise erlaubt

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mit teilweise radikalen oder unkonventionellen Maßnahmen reagiert Bürgermeister Häckel auf Probleme mit den Radwegen in der Gemeinde Sylt.

Hoch her ging es am vergangenen Dienstagabend im Verkehrsausschuss, als Bürgermeister Nikolas Häckel dort Ideen für ein neues Fahrradkonzept der Gemeinde Sylt vorstellte. Denn dabei musste er von vielen „Schwächen“ berichten – vor allem würden die meisten Radwege im Gemeindegebiet nicht die vorgeschriebenen Mindestbreiten erfüllen. Die Folge laut Häckel: „Wenn die Breite nicht den Vorgaben entspricht, entfällt automatisch – auch entgegen aller Beschilderungen – die von uns angeordnete Radwege-Benutzungspflicht.“ Will heißen: Radfahrer dürfen dennoch auf der Straße fahren. Für viele Ausschussmitglieder eine keineswegs hinnehmbare Situation. Gestern jedoch präsentierte Bürgermeister Häckel erste konkrete Schritte, um das Sylter Radwege-Dilemma zu entschärfen.

Neue Regelungen für Radverkehr in Fußgängerzonen

Zur Förderung des Radverkehrs für Beschäftigte und Kunden wird das Radfahren in der Fußgängerzone künftig in der Zeit von 21 Uhr bis 11 Uhr freigegeben. Eine dafür notwendige Beschilderung sei bereits bestellt, so Bürgermeister Häckel.
 

Ausweisung neuer Tempo 30-Zonen

Nach Fertigstellung der Bauarbeiten in der Lorens-de-Hahn-Straße besteht laut Häckel nunmehr die Möglichkeit, den Bereich der Süderstraße und der anschließenden östlichen Straßenverläufe mit in das bereits bestehende Netz der Tempo 30-Zonen einzubeziehen. Zu beachten sei, dass innerhalb der Tempo 30-Zone die allgemeine Vorfahrtregelung „Rechts vor links“ gilt. In den Bereichen von Einmündungen, die über ein abgesenktes „Hochbord“ auf die Straße geführt werden, muss sich ein Verkehrsteilnehmer, der dort auf die Fahrbahn fährt, so verhalten, dass eine Gefährdung Anderer ausgeschlossen ist. Für Radfahrer innerhalb der Tempo 30-Zone in der Maybachstraße wird eine Einfädelung in den Fahrbahnbereich in Höhe der nördlichen Zufahrt des Hotel Stadt Hamburg baulich eingerichtet.

Gemeinsame Rad- und Gehwege in der Lorens-de-Hahn-Straße

Jeweils in Fahrtrichtung rechts sollen die Verkehrszeichen „Getrennter Rad- und Gehweg“ entfernt und stattdessen ein „Gemeinsamer Rad- und Gehweg“ beschildert werden. Die Furten an den einmündenden Straßen werden rot markiert, um eine zusätzliche Aufmerksamkeit für die Kraftfahrer zu erzeugen. Nur auf der Ostseite der L24 im Bereich vom Industrieweg bis zur Einmündung Tinnumer Straße wird der Radverkehr in Fahrtrichtung links zugelassen.

Maybachstraße: Neuer Radweg oder Schutzstreifen?

In der nächsten Fachausschuss-Sitzung will Häckel vorschlagen, entlang der Maybachstraße von der Klaus-Groth-Straße bis zur Einmündung St. Nicolai-Straße einen Radweg einzurichten. Dies wäre möglich, wenn der Verkehr aus Fahrtrichtung Süden nur noch bis zur Einfahrt zum vorhandenen Parkplatz beim Kaufhaus H. B. Jensen zugelassen werden würde und der restliche Fahrzeugverkehr durch die St. Nicolai-Straße zur L24 geführt würde. Überlegenswert sei auch, aufgrund der vorhandenen Breite der Maybachstraße in diesem Bereich eine Radverkehrsführung in Süd- und Nordrichtung durch Markierung von Schutzstreifen beziehungsweise Radwegen einzurichten. Ob dieser radikalen Lösung auch die Politik zustimmt, bleibt abzuwarten: Erst nach der Sommersaison berät darüber am 2. Oktober der Verkehrsausschuss, zuvor am 24. August dürfte es aber auch Thema im Ortsbeirat Westerland sein.

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erstellt am 11.Jul.2017 | 22:04 Uhr

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