Prüfet alles und behaltet das Beste!“

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03. Juli 2014, 14:23 Uhr

„Wir sind weiter, das zählt! Ich lege mich jetzt drei Tage in die Eistonne, dann analysieren wir das Spiel, und dann sehen wir weiter.“ Per Mertesacker in einer ruppigen Spieler-Reporter-Begegnung nach dem Achtelfinale.
Die deutsche Mannschaft hat viele Gesichter bei dieser WM: ein zauberhaftes gegen Portugal, ein leicht verbeultes nach dem Schlagabtausch gegen Ghana, ein entspannt-kontrolliertes gegen die USA und ein rotfleckig-verkrampftes-aber-erschöpft-erfolgreiches Gesicht gegen Algerien. Das National-Team zeigt mehr Facetten als bei den letzten Turnieren. Und Per Mertesacker fragt zu Recht: „Was wollt ihr? Dass wir in Schönheit sterben oder dass wir ein erfolgreiches Turnier spielen?“

Der Abräumer vor dem Tor knüpft an die Bibel an: „Prüfet alles und behaltet das Beste!“ Prüft zuerst euch, liebevoll und selbstkritisch. Beides ist wichtig. Wir sollen nicht gnadenlos über unsere eigenen Fehler und Niederlagen zu Gericht sitzen und am Ende sagen müssen: Wir sind nichts wert. Ebenso falsch ist es, immerfort die eigenen Unzulänglichkeiten und Schwächen zu überspielen. Oder Kritik durch Gegenkritik zu kontern, frei nach dem Motto: je schwächer das Argument, desto lauter die Stimme. Nach dieser Selbstprüfung behaltet das Beste. Dazu gehören Loyalität und Rückgrat. Dass wir verlässlich sind in der Freundschaft und dort, wo wir Verantwortung tragen. Dass wir Rückgrat zeigen, also nicht umfallen und schweigen, wenn Menschen zu Unrecht beschuldigt und an den Pranger gestellt werden. „Das Beste behalten“ bedeutet, nicht zuerst auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein, sondern auf den Gewinn für die Gemeinschaft. Denn wir sind dazu berufen, für das Leben einzutreten und gegen den Tod aufzustehen. Uns für die Gemeinschaft einzusetzen und gegen die Kräfte, die Gemeinschaft zerstören. Wir dürfen dabei auf Gottes Heiligen Geist vertrauen. Dieser Geist hilft auf und stärkt die müden Kräfte.

Was bedeute dies für das Viertelfinale gegen unsere lebensfrohen Nachbarn aus dem Westen? Gewinnen wird, wer seine Schwächen kennt und seine Stärken nutzt! Alle müssen sich füreinander zerreißen und ihr bestes Gesicht zeigen. Wenn Libero Manuel die Löcher in der Abwehr stopft, Götze zum Super-Mario mutiert und die Fehlpässe im Mittelfeld ausbügelt, wenn Müller stolpernd auflegt und Kroos vollendet, dann frohlockt Deutschland, Frankreich nickt respektvoll und die fünfte Stufe ist erreicht auf dem Weg zum Fußballthron.

Unter dem Motto „Jogis Buben in Gottes Stuben“ gibt es heute, eine Halbzeit vor Spielbeginn, ein Fußballgottesdienst von Pastor Rainer Chinnow in der Friesenkapelle am Dorfteich in Wenningstedt.

Beginn ist um 17.15 Uhr. Anschließend wird das Spiel (Anpfiff ist um 18 Uhr) auf Großbildleinwand im Wenningstedter Pastorat übertragen.

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