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Übername Hörnumer Hafen : Prominente Hilfe für Hörnumer Hafen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ehemaliger Hamburger Bürgermeister Ole von Beust berät Gemeinde und Unternehmen bei der Übernahme des Hafens vom Bund.

Die Übernahme des Hörnumer Hafens vom Bund durch die Gemeinde – ein Projekt, das seit über sechs Jahren diskutiert wird. Nun kommt Bewegung in das Thema: Die Hörnumer holen sich prominente Unterstützung von einem Hamburger, der sich mit Politik und Verwaltung auskennt: Der ehemalige Erste Bürgermeister der Hansestadt, Ole von Beust (61), soll den Hafenkauf beratend unterstützen.

Seine Amtszeit reichte von 2001 bis 2010, umfasste die Entscheidung für die Elbphilharmonie, die Privatisierung städtischer Immobilien, die Gründung der HSH Nordbank. Wie kommt der Mann nun dazu, sich in einem Dorf wie Hörnum um Gemeindeangelegenheiten zu kümmern?

„Das war purer Zufall“, erinnert sich von Beust im Gespräch mit unserer Zeitung. Beim Empfang der Hamburger Landesvertretung in Berlin sei er mit einem Bauunternehmer für Hafen- und Kaianlagen ins Gespräch gekommen, und dabei ging es auch um den maroden Zustand des Hörnumer Hafens.

Mit Häfen hat Beust Erfahrungen – nicht nur als Bürgermeister der Hansestadt, sondern auch als Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Ole von Beust Consulting GmbH mit Büros in Hamburg, Berlin und Brüssel. Beust ist unter anderem Geschäftsführer der Maritimen LNG-Plattform, in der Reedereien und die norddeutschen Häfen gemeinsam die Markteinführung von Flüssigerdgas als Schiffsantrieb vorantreiben.

Und der Hamburger Ole von Beust kennt Hörnum seit Jahrzehnten: „Als Kind war ich immer im Jugenderholungsheim Puan Klent. Wenn wir dann nach Wochen eine Wanderung nach Hörnum unternommen haben, kam mir das Dorf vor wie eine Großstadt.“

Im November habe es ein erstes Gespräch zur Hafen-Übernahme in Hörnum gegeben. Mit am Tisch: Vertreter der Muschelfischer, der Adler-Reederei, des Hotels Budersand und der Hamburger Hafenbauer – alle mit einem kommerziellen Interesse am Fortbestand des Hörnumer Hafens. Für die Gemeinde saß der Bürgermeister in der Runde. Alle seien sich einig gewesen, dass der aktuelle Zustand des Hörnumer Hafens – zur Hälfte gesperrt – in touristischer Hinsicht eine Katastrophe sei. Die Absperrgitter an der Mole hinterließen keinen guten Eindruck bei den Touristen, so verliere der Ort Hörnum seinen besonderen Reiz.

Schon im Februar 2012 hat die Hörnumer Gemeindevertretung den Grundsatzbeschluss gefasst, den Hafen zu erwerben. Doch die Kaufabsichten waren bisher immer am maroden Zustand des Hafens gescheitert. Nach bisherigen Schätzungen würde es acht Millionen Euro kosten, die Schäden auszumerzen. Im Oktober hatte sich der Bund bereit erklärt, bei einem Hafenverkauf maximal die Hälfte der Sanierungskosten zu tragen. Eine genaue Summe steht allerdings noch nicht fest.

Im November dieses Jahres hatte dann das Tönninger Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) die Nord- und die Südmole des Hafens gesperrt – sowohl für das Betreten durch Fußgänger als auch für das Anlegen durch Schiffe. Bei einer turnusmäßigen Bauwerksprüfung hatte ein Ingenieurbüro festgestellt, dass die Spundwände durchgerostet sind. Unter den Molen seien Hohlräume entstanden, die unter Last einstürzen könnten.

In drei Schritten will Ole von Beust den Fortbestand des Hörnumer Hafens sichern. Erstmal gehe es darum, die Funktionsfähigkeit schnell wieder herzustellen. Dann sei die rechtliche Konstruktion der Übertragung vom Bund auf die Gemeinde zu prüfen – dabei hätte das Land ein Wörtchen mitzureden. Schließlich müsse die Finanzierung sichergestellt werden – mit einer Belastung für die Gemeinde, die den Etat nicht auf Jahre belastet.

Dazu will der Hamburger Berater in der kommenden Woche Gespräche in Hörnum führen, sowohl mit dem Bürgermeister als auch der Opposition. Beust machte keinen Hehl daraus, dass ihm die besonderen Hörnumer Verhältnisse geläufig sind. Auf seinem Kalender stehen auch Gespräche mit dem Kieler Wirtschaftsministerium und dem Tönninger WSA. Anfang Februar würden dann die Gespräche in Hörnum fortgesetzt.

Die Kosten für seine Beratertätigkeit hat Beust im ersten Jahr auf 25  000 bis 30  000 Euro veranschlagt. Ein Fünftel würde die Gemeinde Hörnum tragen, die vier Privatunternehmen den Rest. In ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr gaben die Gemeindevertreter am Donnerstag grünes Licht für die Zusammenarbeit.

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