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Sylter Strandgut : Problemlösung à la Christian & Co.

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der Kolumne Strandgut berichtet Jörg Christiansen von Wind-Wünschen und Gleichgewichtsstörungen.

Seit Jahren bemüht sich die Gemeinde darum, vom Keitumer Alten Kirchenweg aus einen neuen Fußweg zum Watt anzulegen. Allein, die Umwandlung des verwilderten schmalen Grünstreifens scheiterte bislang am hartnäckigen Widerstand eines Grundstücksnachbarn. Zunächst führte der die Vernichtung des Lebensraumes verschiedenster Klein- und Kleinstlebewesen an, konnte jedoch leider keine vom Aussterben bedrohte Tierart gutachterlich nachweisen.

Verhindert wurde der öffentliche Weg entlang des idyllischen Kapitänshauses daher durch einen dicken Ast. Der gehörte nämlich zu einer veritablen Weide auf dem Grundstück besagten Anliegers und ragte gefährlich über Friesenwall und Grünstreifen. Und daran, teilte der Besitzer mit, ließe sich selbst bei bestem Willen und gärtnerischem Geschick nichts ändern, da die Gefahr bestünde, dass der seines Astes beraubte Baum nicht nur emotional, sonder auch rein physikalisch das Gleichgewicht verlieren und auf das historische Anwesen fallen könne.

Leider wusste der gute Christian davon nichts, als der stürmische Lausbub Ende Oktober die Insel besuchte. Vier Stunden lang rüttelte und schüttelte er so lange an dem so biegsamen Ast, bis dieser einfach abbrach. „Das kann bei einem Orkan schon mal passieren“, kommentierte der Ortsbeiratsvorsitzende Oliver Ewald letzte Woche lapidar und kündigte die Herrichtung eines fußläufigen Weges mit einer Breite von 1,80 Metern und einem Entwässerungsrohr an. Wie es um Baum und Haus bestellt ist, teilte er zwar nicht mit, Recherchen der Redaktion lassen jedoch vermuten, dass beide wohlauf sind.

Ein Stoßseufzer geht seither durch die Kommunalpolitik: Ach, wenn sich doch nur alle Probleme und Widerstände durch einen kräftigen Orkan beseitigen ließen... Am schönsten wäre es, wenn als nächstes einer käme, der nicht nur Thermen-Ruinen, Bordellbetreiber und falsch parkende Autos mitnehmen, sondern im Gegenzug ganz viele Mietwohnungen und Babys bringen würde. Und so warten sie geduldig auf einen Orkan mit Namen „Fee“.

 

 

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erstellt am 08.Feb.2014 | 15:00 Uhr

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