Praktische Strandrollis mit Spaßfaktor

Initiatoren und Sponsoren: Andreas Tietze, Katrin Fifeik, Marek Zelezny, Sophus Gottschalk, Inses Mohr (stehend v.l.) und Henning Sieverts.
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Initiatoren und Sponsoren: Andreas Tietze, Katrin Fifeik, Marek Zelezny, Sophus Gottschalk, Inses Mohr (stehend v.l.) und Henning Sieverts.

Wenningstedt-Braderup setzt am Strand auf Barrierefreiheit und E-Mobilität / Sponsoren finanzieren vier geländegängige Rollstühle

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04. August 2012, 09:36 Uhr

Wenningstedt | Strandrollstühle gibt es auf der Insel bereits seit Jahren - genutzt werden die unhandlichen Ungetüme mit den großen gelben Rädern allerdings nur äußerst selten. "Das Problem ist, dass man mit ihnen nicht allein an den Strand kommt und selbst für einen Helfer sind sie kaum zu bewegen", sagt Wenningstedts Tourismusdirektor Henning Sieverts. Darum wurde er sofort hellhörig, als er von den elektrischen Strandrollis Marke "Catweazle" erfuhr, mit denen jeder in der Beweglichkeit eingeschränkte Mensch spielend leicht an den Strand gelangen kann.

Eine etwas längere Probefahrt genügte, um Sieverts von deren Qualität zu überzeugen. Weitere Tests durch mobilitätseingeschränkte Menschen bestätigten sein Urteil: "Die Rollis sind nicht nur extrem praktisch, sondern echt cool und haben einen hohen Spaßfaktor." In der Tat: Das über 200 Kilogramm schwere und knapp sechs Stundenkilometer flotte Gerät ist kinderleicht über einen kleinen Joystick zu bedienen. Selbst die steilen Abfahrt vom Roten Kliff zum Strand (und den Weg zurück) schafft es problemlos.

Trotz des recht hohen Anschaffungspreises von fast 10 000 Euro pro Rollstuhl haben Tourismus-Service Wenningstedt-Braderup (TSWB) und Gemeinde die ersten vier Gefährte bereits in Auftrag gegeben, die ab September eingesetzt werden sollen. Finanziert von Sponsoren und unter der Schirmherrschaft des grünen Sylter Landtagsabgeordneten Andreas Tietze, der sich von dem Projekt Signalwirkung für andere Tourismusorte im Land verspricht. "Barrierefreier Tourismus wird angesichts des demographischen Wandels ein immer wichtigeres Thema. Besonders toll finde ich aber, dass auch Einheimische davon profitieren können, zum Beispiel indem ein Pflegeheim mit einer kleinen Gruppe einen Ausflug an den Strand machen kann."

Denn genau das ist der Grund, warum Gemeinde und TSWB gleich mehrere Rollstühle anschaffen. "Wir wollen auch geführte Touren anbieten, falls möglich sogar ins Watt", sagt Sieverts. Daher würde er sich sehr über weitere "Rollstuhl-Paten" freuen. Das Fahren mit den geländegängigen E-Rollis ist auf allen Wegen und am Strand ohne besondere Erlaubnis möglich. Zum Ausleihen muss man nicht im Alltag Rollstuhlfahrer sein, als Nutzer in Frage kommt jeder, der es sonst zu Fuß nicht an den Strand schaffen würde. Neben einer Kaution wird der TSWB lediglich eine geringe Nutzungspauschale erheben.

Rollstuhl-Paten: Die ersten vier E-Rollis wurden ermöglicht durch die Energieversorgung Sylt, den Verein Wenningstedter Appartementvermieter, das GEW-Ferienzentrum Wenningstedt sowie Gemeinde und Tourismus-Service.

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