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Polizei auf Sylt : Polizei zieht Sommer-Bilanz

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mehr Verkehrs-, weniger Kriminalitätsdelikte: Sylter Polizeibeamten blicken zurück auf die Saison.

von
erstellt am 01.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Wer die trubeligen Sommer auf Sylt kennt, kann sich denken: Als Polizist hat man hier in der Saison auch nicht gerade wenig zu tun. Jetzt, wo es langsam ruhiger wird, ziehen die Beamten der Sylter Schutzpolizei Bilanz. Das Ergebnis: Die Gesamtanzahl der Einsätze hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Die Gründe, warum 110 gewählt wird, allerdings schon.

Während die Zahl der Kriminalitätsdelikte tendenziell eher rückläufig ist, wurden die Polizisten im Vergleich zum Vorjahr häufiger zu Verkehrsdelikten gerufen. Während zwischen April und Oktober im vergangenen Jahr 515 Unfälle auf Sylt verzeichnet worden, warten es in dieser Saison 548. „Bei den Unfällen mit Verletzten hatten wir sogar einen Anstieg um 22 Prozent“, erläuterte Hauptkommissar Torsten Biß, „und auch die Zahl der Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren, ist angestiegen.“ Für ihn und den Sylter Polizeichef Haye Jebsen kommen diese Zahlen nicht überraschend: Durch die kontinuierlich ansteigende Zahl an Verkehrsteilnehmern während der Saison steige in der Konsequenz auch die Zahl der Unfälle. Gerade während der Hochsaison sei das Straßen- und Radfahrnetz schlicht überlastet. Relativ neu in der Polizeistatistik sind die E-Bikes: In sechs Fällen waren sie in diesem Jahr an einem Verkehrsunfall beteiligt. Für die Polizei ist auch auffällig, dass E-Bikes das Radfahren auch im hohen Alter ermöglichen – während Senioren irgendwann vom klassischen Fahrrad steigen, können mit dem E-Bike auch nicht mehr ganz so rüstige Rentner am Inselverkehr teilnehmen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Trunkenheitsfahrten aus Sicht der Polizei „eklatant“ angestiegen. Und nicht nur die Zahl der Menschen steigt, die betrunken hinter dem Steuer erwischt wurden, sondern auch der Grad der Trunkenheit: „Bei den 28 Fällen in dieser Saison haben wir einen Durchschnittswert von 1,85 Promille errechnet“, sagte Jebsen. „Der Spitzenwert lag bei 3,07 Promille. Das sind schon erschreckende Werte“, so der Polizeichef weiter. Er habe das Gefühl, dass generell immer mehr getrunken werde. Trotz alledem: Massiv Alarm schlagen werde die Polizei aufgrund dieser Erkenntnisse nicht. „Es ist natürlich so, dass uns diese Zahlen nicht gefallen“, sagt Jebsen, „aber es schrillen jetzt auch keine Alarmglocken besonders laut“. Die Polizeistatistik werde an anderer Stelle tiefgehend analysiert, Konsequenzen gegebenenfalls bei der Verkehrsschau oder im Verkehrskonzept der Gemeinde Sylt gezogen.

Die Kriminalitätsdelikte, deren Anzahl im Vergleich zur Vorjahressaison rückläufig ist, haben die Beamten auch differenziert betrachtet. So wurden die Beamten in diesem Sommer zu weniger Körperverletzungen gerufen als im Vorjahreszeitraum. Unter anderem könnte dies daran liegen, dass die Polizei stärker Präsenz zeigt, so Jebsen, aber auch daran, dass durch die enge Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und den jeweiligen Sicherheitsdiensten die Sylter Großveranstaltungen besser kontrolliert werden können.

Gestiegen ist allerdings die Anzahl der Anzeigen wegen häuslicher Gewalt: 2013 gab es während der Saison drei Anzeigen, 2014 waren es 10. Jebsen glaubt, diese Zahlen seien einem gestiegenen Anzeigeverhalten geschuldet: „Das Thema wird gesellschaftlich breiter diskutiert, vielleicht zeigt auch unser Schulterschluss mit der Frauennothilfe erste Wirkung“, so Jebsen.

Auch im dunkleren Halbjahr wird es für die 38 Sylter Polizisten noch genügend auf der Insel zu tun geben. Eine Aufgabe allerdings müssen die „Freunde und Helfer“ dann wahrscheinlich weniger bewältigen: Die recht hohe Zahl der Urlauber, die das Polizeirevier am Bahnhof als Touri-Information benutzen – die geht jetzt erst einmal wieder zurück.

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