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Sylter Baudesaster Keitum-Therme : Politiker wollen nicht: Deal vom Tisch

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mehrfach haben alle Fraktionen beraten, ob sich die Gemeinde mit Bauunternehmer Zech zum Thermenabriss einigt – jetzt kam die Ablehnung

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erstellt am 12.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Kein Abriss der Keitumer Thermenruine, keine Erweiterung des Hotels Severin’s Resort & Spa und keine Wohnungen für Sylter auf der Christiansen-Wiese – der so genannte Zech-Deal ist endgültig gescheitert. Am Dienstagnachmittag trafen sich erneut Vertreter aller Parteien zu einem interfraktionellen Gespräch, um über das Angebot des Bauunternehmers Kurt Zech zu beraten. Das lautete, zusammengefasst: Zech lässt als Hauptgläubiger im Insolvenzverfahren seine Millionenforderungen gegenüber der Gemeinde Sylt fallen, falls er im Gegenzug seinen Keitumer Hotelkomplex vergrößern darf – zu weiteren Details siehe Infokasten auf dieser Seite.

Als einzige der sechs Fraktionen erklärten sich die Christdemokraten bereit, weiter mit Zech zu verhandeln. Allerdings nannte Wolfgang Jensen dafür am Dienstagabend im Hauptausschuss einige Bedingungen: So dürfe es kein unzulässiges Kopplungsgeschäft geben, die Themenfelder Thermenabriss und Bebauung des Christiansen-Grundstücks müssten getrennt werden und zur Beendigung des Insolvenzverfahrens sollen mit Zech extra Verhandlungen geführt werden. Außerdem forderte der CDU-Fraktionschef eine konkrete Absichtserklärung des Bauunternehmers sowie die Beschränkung auf nur fünf statt neun der vorgeschlagenen zusätzlichen Appartementhäuser in der Hotelanlage.

„Es könnte weitergehen, aber wir brauchen noch mehr Zeit für mehr Diskussionen – untereinander, aber auch mit Zech“, verlangte Jensen. „Das wird definitiv nicht mehr klappen bis zum Ausscheiden von Bürgermeisterin Petra Reiber“, hielt Erik Kennel dagegen. „Lasst uns mit dem gesamten Thema im Mai neu beginnen“, meinte der SWG-Fraktionsvorsitzende mit deutlichem Hinweis auf den den Amtsantritt von Nikolas Häckel. Dieser Einschätzung schlossen sich kurz und knapp sowohl Gerd Nielsen (SPD) als auch Andreas Eck (SSW) und damit die Fraktionschefs aller Parteien an, die den ehemaligen Kronshagener Bauamtsleiter im Wahlkampf unterstützt hatten.

Auch Grüne und Insulaner/Piraten unterstützten die ablehnende Haltung der drei Parteien, vor allem dürfe Zech kein Angebot zur Hotelerweiterung gemacht werden. Grünen-Fraktionschefin Maria Andresen fand allerdings auch lobende Worte für die Initiative der Bürgermeisterin: „Das war an sich ein guter Ansatz, nur leider zu spät eingeleitet von Petra Reiber und jetzt herrscht zu hoher Zeitdruck.“

Die Bürgermeisterin wollte die Statements der Parteien nicht mehr kommentieren, doch die Enttäuschung war ihr deutlich anzumerken. „Wichtig ist mir nur noch, dass ich jetzt einen Tag Zeit habe, Herrn Zech selbst zu informieren, bevor er alles aus der Zeitung erfährt“, so Reiber. „Das gebietet einfach die Fairness.“

 

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