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Flüchtlinge auf Sylt : Politik entscheidet sich: Gemeinschaftsunterkunft im JAW-Heim

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Grundsatzentscheidung: Der Hauptausschuss der Gemeinde Sylt hat ein neues Konzept für Flüchtlingsunterbringung beschlossen. Das Haus Quickborn ist zukünftig nicht mehr im Rennen.

Die Mitglieder des Hauptausschusses der Gemeinde Sylt haben am Dienstagabend einen Grundsatzbeschluss gefällt, wie Flüchtlinge künftig auf Sylt untergebracht werden sollen. Dabei halten die Kommunalpolitiker an ihrem Ziel fest, die Menschen möglichst dezentral, also in kleinen Wohneinheiten, leben zu lassen. Gleichzeitig aber räumen sie der Inselverwaltung die Möglichkeit ein, die Flüchtlinge nach ihrer Ankunft auf der Insel zunächst in einer zentralen Gemeinschaftsunterkunft unterzubringen. Da die Flüchtlingsunterbringung ein gesamtinsulares Thema ist, werden die anderen Inselgemeinden diesen Beschluss im nächsten Amtsausschuss beraten.

Der Beschluss, die Menschen zunächst zentral unterzubringen, geht auf einen Wunsch der Verwaltung zurück: Dort wäre es leichter, den Menschen Integrationsangebote zu machen, „bevor sie einsam in ihren Wohnungen sitzen und wir nicht mehr an sie heran kommen“, erklärte Nikolas Häckel das Ziel hinter dieser Idee. „Wir können dort zentral Sprachförderung, Kinderbetreuung oder Berufsförderung anbieten“, so der Bürgermeister der Gemeinde Sylt. Aus seiner Sicht würde die Integration der Menschen in die Inselgemeinschaft so leichter funktionieren.

Die zentrale Gemeinschaftsunterkunft soll nach Wunsch der Hauptausschussmitglieder im ehemaligen Jugendaufbauwerk in Hörnum eingerichtet werden. Zudem ist die Verwaltung aufgefordert, mit den Besitzern des nebenan gelegenen Hauses Budersand Verhandlungen aufzunehmen, um auch dort gegebenenfalls Flüchtlinge unterzubringen. Sollten diese Räumlichkeiten nicht mehr ausreichen, ist der Beschluss des Hauptausschusses, Wohncontainer anzumieten und die ehemalige Grundschule in Morsum zu belegen. Dies ist davon abhängig, wie viele Flüchtlinge in welchem Zeitraum der Insel zugewiesen werden – momentan leben hier 159 Asylsuchende. Eine Anmietung des Westerländer Hauses Quickborn lehnt die Politik weiterhin einhellig ab.

Nach ihrer Zeit in der zentralen Unterbringung werden die Flüchtlinge nach dem Willen des Hauptausschusses „schnellstmöglich“ in kleinere Wohneinheiten, zum Beispiel in die dafür hergerichteten Wohnungen des Kommunalen Liegenschafts-Managements, ziehen. Sollte die Zahl der Flüchtlinge mittelfristig weiter steigen, regen die Politiker auch an, andere Immobilien wie beispielsweise das MVS–Gelände in List oder die Räumlichkeiten des TSV-Westerland in Betracht zu ziehen.

Diese Pläne wurden von den Mitgliedern des Hauptausschusses mit zehn Ja-Stimmen und einer Gegenstimme beschlossen. Gegen die Vorlage stimmte Christian Thiessen (Piraten-Insulaner), der sich dezidiert gegen eine zentrale Unterbringung aussprach. Die Flüchtlinge, die auf Sylt ankommen, hätten schon viel Zeit in Erstaufnahmeeinrichtungen verbracht, auf der Insel sollte man ihnen dann endlich die Chance geben, in ordentlichen Unterkünften zu leben und anzukommen. Er warf der Verwaltung vor, die zentrale Unterbringung nur zu forcieren, weil dies ihnen die Arbeit erleichtern würde. Diesem Vorwurf widersprach Häckel vehement.

Mit dem letztendlich geschlossenen Beschluss zeigte sich der Bürgermeister aber zufrieden. Auf dieser Grundlage könne die Verwaltung gut arbeiten, nun sollen unverzüglich weitere Gespräche mit den Amtsgemeinden geführt werden .

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erstellt am 29.Okt.2015 | 05:21 Uhr

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