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WLAN auf Sylt : Politik diskutiert über freies Internet

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Vorbild Helgoland? Sylts Kommunalpolitik diskutiert über Fluch und Segen von freiem WLAN.

von
erstellt am 15.Apr.2016 | 05:53 Uhr

Wer nach Vorbildern für Sylt sucht, kommt nicht unbedingt sofort auf Helgoland. Doch in einem Punkt hat Deutschlands Hochseeinsel zumindest Mitglieder des Hauptausschusses der Gemeinde Sylt schwer beeindruckt: Das Eiland plant, Helgoland zur ersten Gemeinde Deutschlands mit flächendeckendem WLAN zu machen (wir berichteten).

Man kenne das vom Urlaub im Ausland, berichtete Kay Abeling (CDU) auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses: Gerade in Tourismusdestinationen sei es einfacher, unterwegs mit Handy oder Tablet umsonst ins Internet zu kommen. Für die Insel wünsche er sich mittelfristig ähnliche Verhältnisse. Damit ist Abeling auf einer Linie mit Piraten-Gemeindevertreter Christian Thiessen. Er hatte kürzlich dafür gesorgt, dass Bewohnern von Sylter Flüchtlingsunterkünften über die Initiative Freifunk gratis Internet zur Verfügung steht. Thiessen wünscht sich, dass diese Form des frei zugänglichen WLANS auf Sylt weiter gefördert wird, so dass Insulanern und Gästen besonders in der Westerländer Innenstadt gratis Internet flächendeckender angeboten wird. Zumindest möchte Thiessen es in der Sylt Bibliothek nutzen. Dies war auch der Aufhänger für die Diskussion im Hauptausschuss.

Dort gab es bisher – die Bücherei wird derzeit renoviert – drei öffentlich zugängliche Computer, auf denen gegen Gebühr im Internet gesurft werden kann. WLAN gab es nicht. Die Verwaltung betont nun, dem generell positiv gegenüber zu stehen. Aber: Bei einem Internetzugang über die Initiative Freifunk könne kein Filter genutzt werden, der verhindert, das jugendgefährdende Inhalte aufgerufen werden. Unkontrolliertes Surfen wünscht sich die Gemeinde in der Sylt Bibliothek aber nicht: „Es muss gewährleistet sein, dass die Sylt Bibliothek in jeglicher Hinsicht ein geschützter Raum ist“, heißt es in einer Stellungnahme. Und weiter: „Für ein freies und unkontrolliertes Internet in den Räumen einer öffentlichen Kultureinrichtung, dass auch von Kindern und Jugendlichen genutzt wird, lehnt die Verwaltung die Verantwortung ab.“

Über diesen Willen könnte sich die Politik theoretisch hinweg setzen – oder etwas Geld in die Hand nehmen. Für jährlich 430 Euro könnte kostenloses WLAN eines Anbieters angeschafft werden, das den Erfordernissen des Jugendschutzes gerecht wird. Damit würden der Gemeinde allerdings auch die Einnahmen in Höhe von rund 2  400 Euro durch die Lappen gehen, die sie durch die gebührenpflichtigen Computer machen. Über diese Frage soll nun die Gemeindevertretung Sylt am kommenden Donnerstag entscheiden.

Außerhalb der Sylt Bibliothek bietet auf der Insel neben einigen Geschäften auch der Insel Sylt Tourismus-Service WLAN an. Allerdings nur am Westerländer Hauptstrand, nach Aussage des ISTS werde es von den Gästen „gut angenommen“. Eine Ausweitung dieses Angebotes halten die Touristiker nicht für notwendig, würden doch mehr und mehr Gastgeber WLAN zur Verfügung stellen.

Mit Helgoland sollte Sylt in dieser Hinsicht nicht verglichen werden: „Helgoland ist als Gemeinde mitten im Meer sicher kaum mit anderen Gemeinden vergleichbar und hat in dieser Hinsicht besondere Anforderungen“, heißt es vom ISTS abschließend.

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