Polanski-Film: Lister Ellenbogen erhält amerikanischen "Look"

E. McGregor
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E. McGregor

Ab 4. Februar dreht Star-Regisseur Roman Polanski (75) sein neuestes Werk, den Polit-Thriller "The Ghost", in Deutschland. Für Dreharbeiten mit seinem Team kommt er dafür Anfang März auch nach Sylt. Und das Interesse auf der Insel steigt: Bis jetzt haben sich schon 800 Sylter auf eine Komparsenrolle beworben.

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24. Januar 2009, 10:17 Uhr

Sylt/Berlin | Möglichst multikulturell sollen sie sein, gerne auch richtige "Seebären" - die Komparsen, die die Agentur Connection Berlin für den Polanski-Film "The Ghost" sucht. Und seitdem bekannt ist, dass Teile des Drehs auf dem Lister Ellenbogen stattfinden werden, kann sich die Agentur vor Anfragen kaum retten. Allein von der Insel habe man schon 800 Bewerbungen erhalten, "das wird eine Weile dauern, alle zu beantworten", erklärt Chefsucherin Gabi Behrens.

Anfang März schlägt das Film-Team von Polanski für drei Drehtage seine Zelte im Norden der Insel auf. Welche Szenen hier entstehen sollen, ist noch geheim. Sicher ist nur: Am ersten und dritten Tag soll es regnen, am zweiten Tag ein "strammer Wind wehen", der notfalls mit zwei Windmaschinen selbst hergestellt wird. Wenn das Wetter beim Dreh nicht mitspielt, könnte sich der Sylt-Aufenthalt verlängern, ist Unterlagen des Studio Babelsbergs zu entnehmen, in dem der Großteil des Films gedreht wird.

Damit das Listland einen amerikanischen Look bekommt, verwandelt sich die Mautstraße, die dem Verlauf des Ellenbogens folgt, in eine für die Ostküste der USA typische Landstraße mit einer überirdischen Telefonleitung. Die Szenerie zieht sich am westlichen Leuchtfeuer vorbei bis hin zum östlichen.

Vorlage für den Thriller ist der gleichnamige Roman von Robert Harris. Im Mittelpunkt steht der in den Ruhestand getretene britische Premierminister Adam Lang (gespielt von Pierce Brosnan), der auf einer Insel vor der amerikanischen Ostküste seine Memoiren schreibt. Als Langs langjähriger Mitarbeiter ertrinkt, wird ihm ein professioneller Ghostwriter (Ewan McGregor) zur Seite gestellt - sexuelle und politische Intrigen mit Langs Ehefrau (Olivia Williams) und seiner Mitarbeiterin (Kim Cattral) folgen.

Damit Polanski die Szenen so in den Kasten bekommt, wie er sie im Kopf hat, müssen natürlich alle Rahmenbedingungen stimmen. Dem Dreh aufgeschlossen gegenüber stehen nicht nur die Sylter selbst, sondern auch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises. "Wir begleiten solche Filmarbeiten grundsätzlich positiv, solange im Sinne des Natur- und Küstenschutzes gehandelt wird", erklärt Leiter Franz Brambrink. Wenn beim Dreh etwas nicht umsetzbar sei, würden sogar schon mal Vorschläge für alternative Drehorte gemacht. Wichtig sei das "Minimierungsgebot": "Mit einem großen Truck in die Heide fahren dürfen sie natürlich nicht."

Fahren werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach aber mit der Syltfähre, die bereits für ein paar Tage geblockt sein soll. "Ja, es laufen Gespräche", sagte Sprecherin Birte Dettmers. Nicht nur die Syltfähre, sondern auch etliche Kamerateams hat Ellenbogen-Bewohner Thomas Diedrichsen bereits an sich vorbeifahren sehen. Filmarbeiten wie diese seien allerdings die Ausnahme, "das sind ansonsten meist Werbedrehs".

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