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Wohngeld auf Sylt : Piraten: Sylter sollen mehr Wohngeld bekommen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Teure Mieten, wenige Wohnungen: Sylter Verhältnisse sollen bei Mietkostenzuschüssen bedacht werden.

von
erstellt am 28.Mär.2015 | 05:00 Uhr

Ungefähr 172 Haushalte in der Gemeinde Sylt leben von Harz IV und erhalten deshalb ihre Mietkosten bezahlt, zudem beziehen – abhängig von der Jahreszeit – 75 bis 90 Familien monatlich Wohngeld, damit sie ihre Miete bezahlen können. Die Fraktion der Insulaner-Piraten der Gemeinde Sylt ist der Ansicht, dass sowohl der Mietkostenzuschuss, als auch das Wohngeld aufgrund der hohen Sylter Mieten zu niedrig ausfällt. Per Resolution soll sich die Bürgermeisterin beim Kreis Nordfriesland und bei der Bundesregierung dafür einsetzen, dass sich für die Sylter das Wohngeld und der Mietkostenzuschuss erhöht. Der Wohnungsbauausschuss stimmte dieser Resolution in seiner jüngsten Sitzung zu.

Zum Hintergrund: Wohngeld ist ein staatlicher Mietzuschuss für Geringverdiener und berechnet sich unter anderem aus der Anzahl der Familienmitglieder, und der zu zahlenden Miete.

Für die Berechnung, wie viel Wohngeld in einer Gemeinde gezahlt wird, wird geguckt, auf welcher von sechs Mietstufen die Gemeinde eingestuft ist. Die Mietenstufen 1 und 2 befinden sich unter dem Bundesdurchschnitt der Mieten, die Mietenstufe 3 spiegelt den Durchschnitt wider, und die Mietenstufen 4 bis 6 sind oberhalb des Bundesdurchschnitts. Obwohl die Mieten in der Gemeinde Sylt überdurchschnittlich hoch sind, ist die Gemeinde momentan nur auf Stufe zwei eingeordnet. Das liegt daran, dass bei der Berechnung die Durchschnittsmieten des Kreises Nordfriesland, ohne Husum, zugrunde gelegt wurden. Dieser Missstand soll bei einer Überarbeitung des Wohngeldgesetzes in Berlin gerade abgeschafft werden – es sei geplant, dass die Gemeinde Sylt dann auf Stufe 5, also auf der zweithöchsten Stufe, landen soll, heißt es von den Insulaner-Piraten. Doch das reicht nicht aus, findet Christian Thiessen (Piraten): Schließlich seien in Schleswig-Holstein fünf Gemeinden in die höchste Stufe 6 eingeordnet, unter anderem Pinneberg mit einer Durchschnittsmiete von 7,47 Euro pro Quadratmeter oder Norderstedt (8,37 Euro). Die Quadratmeter-Durchschnittsmiete der Gemeinde Sylt aber betrage ganze 18,12 Euro – deshalb müsste die Gemeinde „eigentlich mindestens auf Stufe 10 – aber weil es das nicht gibt, zumindest auf die Höchsstufe 6“ gesetzt werden, ist Thiessen überzeugt. „Dadurch könnten Sylter Wohngeldempfänger bis zu 30 Prozent mehr Geld bekommen als bisher.“

Das zweite Thema, um das es den Insulaner-Piraten in ihrer Resolution geht, ist der Mietzuschuss, der Menschen mit Harz IV gezahlt wird. Auch wenn Harz IV-Empfängern in der Regel die Wohnung finanziert wird, gibt es auch hier Obergrenzen, wie viel ihre Unterkunft kosten darf. Kostet sie zu viel, was aufgrund der hohen Sylter Mieten schnell geschehen kann, kann der Harz-IV-Empfänger aufgefordert werden, sich eine günstigere Wohnung zu suchen: „Und davon gibt es hier ja nicht gerade viele“, so Thiessen. Auch in diesem Fall ist er der Ansicht, dass die Miet-Obergrenze für Sylt viel zu niedrig angesetzt ist – diesmal nicht vom Bund, sondern vom Kreis Nordfriesland. Das sieht offenbar auch der Kreis selbst so: Kreissprecher Martin Slopianka betonte gegenüber der Sylter Rundschau, dass geplant sei, das jetzige System zu reformieren. Im zweiten Halbjahr dieses Jahres soll ein neues System mit neuen Mietobergrenzen vorgestellt werden.

In der Resolution der Insulaner-Piraten wird nicht nur gefordert, dass die Wohnungsgeld-Stufe und der Mietkostenzuschuss in der Gemeinde Sylt erhöht werden. Die Bürgermeisterin wird darin auch beauftragt, die amtsangehörigen Gemeinden dabei zu unterstützen, dass mögliche neue Regelungen für die gesamte Insel gelten. Der Wohnungsbauausschuss der Gemeinde Sylt stimmte dieser Resolution zu. Nun soll die Gemeindevertretung in ihrer kommenden Sitzung darüber entscheiden, ob der Bürgermeisterin dieser Auftrag erteilt werden soll.

 

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