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Sylter Rundschau

22. August 2017 | 17:13 Uhr

Piraten ... haben nie die Hosen voll

vom

Von den etablierten Parteien wurde der Einzug der Sylter Piraten ins Westerländer Rathaus mit einer gewissen Skepsis registriert. Doch nach gerade einmal zwei Monaten haben die politischen Freibeuter nachdrücklich unter Beweis gestellt, dass sie auch Kommunalpolitik können - und das sogar ohne große Crew. In der Gemeinde Sylt ist Christian Thiessen quasi als Einhandsegler unterwegs und lässt sich dabei auch von Dickschiffen wie CDU oder SWG nicht den Wind aus den Segeln nehmen.

In fast jeder Sitzung gibts aus seiner Feder einen Antrag, von denen - zur Verwunderung der politischen Kontrahenten - bislang noch keiner mit dem Internet zu tun hatte. Stattdessen beweist er, dass für die Piraten Kommunikation auch ganz traditionell funktioniert. Wobei seine Idee von mobilen Schaukästen zur Information der Bürger über aktuelle Baumaßnahmen in ihrer Straße den meisten Mit-Politikern dann doch etwas zu traditionell - und aufwendig - war. Eine Mehrheit fand auch der Antrag nicht, den Bund an der Finanzierung des Sylter Flughafens zu beteiligen, bewies jedoch, dass sich ein echter Pirat seine Kanonen auch gegen eine vermeintliche Übermacht in Stellung bringt, wenn er sich im Recht wähnt. Wichtigste Waffen sind dabei Logik und gesunder Menschenverstand. Schließlich kassiert der Bund von jeden Fluggast eine Steuer, ohne sich im Gegenzug ausreichend um die Verkehrsinfrastruktur der Insel zu kümmern. Ergo könne man doch die erzielten Steuereinnahmen zum Ausgleich des Flughafendefizits nehmen. Eigentlich logisch - wenn auch wenig realistisch.

Spätestens bei diesem Beispiel dürfte so manchem, der Kinder hat, das Piraten-Lied der Hamburger Kinderrockband Radau mit dem Sylter Arne Gedigk an der Spitze, in den Sinn kommen. Für alle, die den Ohrwurm nicht kennen, hier der Refrain:

"Piraten gehn auf gefährliche Fahrten,

kein Wind ist zu stark für sie,

und keine Welle ist zu hoch.

Piraten haben nie die Hosen voll

- und sie machen, was sie wolln."

Und darum freuen wir uns auf die kommenden vier Jahre und zehn Monate und sind schon jetzt gespannt auf die nächsten Piraten-Anträge sowie die Reaktionen. Wer auch ohne Internet und mobile Schaukästen informiert sein möchte, den werden wir an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

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erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

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