Nach den Edel-Bordell-Plänen : Piraten gegen Berufsverbot für Sexarbeiterinnen

Das Edel-Bordell sollte in der Strandstraße eröffnen.
Das Edel-Bordell sollte in der Strandstraße eröffnen.

Sylter Piraten-Fraktion kritisiert den geplanten Sperrbezirk für die Gemeinde Sylt.

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22. Februar 2014, 06:00 Uhr

Obwohl die potenziellen Betreiber ihre Pläne für ein Edel-Bordell in der Strandstraße nach den öffentlichen Protesten haben fallen lassen, beriet die Gemeindevertretung über den Antrag der CDU-Fraktion, den Erlass einer Sperrbezirksverordnung für das gesamte Gemeindegebiet prüfen zu lassen. Kritik an diesem Vorhaben kam von Piraten-Vertreter Christian Thiessen, der auf die in Deutschland geltende freie Berufswahl verwies. „Das Ausweisen einer ganzen Gemeinde als Sperrbezirk geht meines Erachtens zu weit, weil es faktisch einem Berufsverbot für Sexarbeiterinnen gleichkommt.“ Moralische Bedenken gegen Prostitution würde er zwar teilen, doch verbieten ließe sich die nur für bestimmt besonders prekäre Bereiche.

Dem hielt Bürgermeisterin Petra Reiber entgegen, dass es sich ihrer Ansicht nach durchaus begründen ließe, warum im gesamten Gemeindegebiet Kinder und öffentlicher Anstand durch Prostitution gefährdet wären. Sönke Hansen (SWG) wies darauf hin, dass sich durch eine solche Verordnung lediglich Straßenprostitution verhindern ließe, nicht jedoch ein Bordell. Bei zwei Enthaltungen beschloss die Gemeindevertretung den Erlass einer Sperrbezirksverordnung durch das Innenministerium prüfen zu lassen.

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