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Seniorenheime auf Sylt : Pflegebereich in der Steinmannstraße wird geschlossen

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Diese Entscheidung sei Bestandteil des Pflege- und Betreuungskonzeptes, das mit der Sylter Politik abgestimmt wurde, bestätigt eine Sprecherin der Johanniter.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2016 | 05:43 Uhr

Unsicherheit macht sich derzeit bei den Bewohnern und Angehörigen der Westerländer Seniorenheime im Wenningstedter Weg und in der Steinmannstraße breit. Grund dafür sind Medienberichte, in denen von einer Schließung des Heimes in der Steinmannstraße bereits im Juni oder Juli gesprochen wird. Ein Brief der Johanniter, der die Angehörigen in der vergangenen Woche erreichte, befeuert zusätzlich die Befürchtungen: „Wir machen uns große Sorgen“, sagt die Verwandte eines Bewohners des Seniorenheims, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Wir haben eine schriftliche Einladung zu einem Treffen erhalten, bei dem anscheinend die aktuelle Lage erörtert werden soll“, sagt sie, „dieser Termin wurde später noch telefonisch bestätigt und dabei stark betont, dass es wirklich sehr wichtig sei, an diesem Treffen teilzunehmen“. Die Angst ist groß, dass auf ihren Angehörigen in naher Zukunft ein Umzug zukommt - mit bisher unbekanntem Zielort. Und diese Angst ist nicht unbegründet: Dass der Pflegebereich im Seniorenheim in der Steinmannstraße geschlossen wird, sei lange bekannt und Bestandteil des Pflege- und Betreuungskonzeptes, das mit der Sylter Politik abgestimmt wurde, bestätigt Regina Villavicecio, Sprecherin der Johanniter. Wie und wann die einzelnen Punkte umgesetzt werden, soll in der nächsten Woche in einer Versammlung mit den Bewohnern besprochen werden. „Und erst, wenn wir mit unseren Bewohnern geredet haben, werden wir die Öffentlichkeit über unsere nächsten Schritte informieren“, so Villavicencio.

Auch KLM-Leiter Marcus Kopplin erklärt, dass die Pläne für die beiden Seniorenheime hinlänglich bekannt gewesen wären. Die Zahl der vollstationären Pflegeplätze wurde deutlich reduziert – diese Pflegeform soll künftig nur noch im Wenningstedter Weg angeboten werden. In der Vergangenheit sind ein Teil der Pflegepatienten bereits aus der Steinmannstraße in den Wenningstedter Weg umgezogen, elf von ihnen leben derzeit noch in der Steinmannstraße.

Für die Angehörigen des Bewohners aus der Steinmannstraße sind die Nachrichten über den Umzug ihres Verwandten, auch wenn sie nicht neu sind, beunruhigend. „Es handelt sich hier um einen alten Menschen mit Demenz“, sagt die Angehörige besorgt, „er wird sich nicht mehr an einen neuen Ort gewöhnen, für uns ist das also eine absolute Katastrophe“.

Nikolas Häckel versucht, die Wogen zu glätten: „Unser erklärtes Ziel ist es, alle Pflegeplätze auf der Insel zu erhalten“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Sylt. „Wir arbeiten vertrauensvoll mit den Johannitern zusammen und werden natürlich ganz genau und klug schauen, wo wir diese Menschen unterbringen können.“ Um das Seniorenheim am Wenningstedter Weg müsste man sich jedoch zunächst keine Sorgen machen. „Dort läuft es aufgrund von fehlendem Personal vielleicht nicht ganz so rund wie es sollte, aber es läuft“, so der Bürgermeister.

Und auch Bürgervorsteher Peter Schnittgard sucht nach vermittelnden Worten: „Die Seniorenwohnungen in der Steinmannstraße sind nicht betroffen“, weiß er. Aber es existiere einfach ein Engpass beim Pflegepersonal: „Es gibt nicht genug Pflegefachkräfte“, betont er. Derzeit werde aber intensiv versucht, neues Personal zu bekommen: „Wir versuchen alles, die Johanniter bei der Mitarbeitersuche zu unterstützen.“ Vor allem ein Einrichtungleiter wurde dringend gesucht: Nachdem Ende März Margarete Hoffmann, die die beiden Johanniter-Seniorenheime leitete, die Insel auf eigenen Wunsch verließ, war die Stelle vakant. Doch hier konnten die Johanniter gestern einen ersten Erfolg bekanntgeben: „Wir haben einen neuen und zugleich erfahrenen Einrichtungsleiter gewinnen können“, sagt Villavicencio. „Er wird seine Tätigkeit voraussichtlich zum 1. Juni beginnen“.

Seit einigen Monaten stehen die beiden Seniorenwohnheime in den Schlagzeilen. Die Diakonie und die AWO hatten die beiden betreffenden Heime im vergangenen Jahr aufgegeben. Mit der Argumentation, die Häuser würden ansonsten von einem Investor übernommen, hat die Gemeinde Sylt die Gebäude in der Steinmannstraße und im Wenningstedter Weg für rund 13 Millionen Euro gekauft. In Zusammenarbeit mit dem gemeindeeigenen Kommunalen Liegenschaftsmanagement (KLM) erarbeitete man daraufhin neue Pflegekonzepte, auf lange Sicht sind für das Heim ambulante Wohn-Pflege-Gruppen, Tagespflege und Seniorenwohnungen geplant.

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